Sie sind hier:  » 

Reinhard Sporkmann ist eifriger Blutspender

Lüdinghauser hat 225 Mal Leben gerettet.

Ob 25, 50, 75 oder 100 Mal – das DRK ehrte am Dienstagabend seine fleißigsten Blutspender. Den Vogel schoss allerdings Reinhard Sporkmann (7.v.r.) mit seiner 225. Spende ab. Foto: siw

Lüdinghausen

Das muss ihm erst mal jemand nachmachen: 225 Mal hat sich Reinhard Sporkmann in den Dienst der guten Sache gestellt und sich „anzapfen“ lassen. Damit ist er der einsatzfreudigste Blutspender in der Datenbank des DRK Lüdinghausen-Seppenrade. Ans Aufhören denkt er deshalb noch lange nicht.

„So besonders ist das ja nicht“, murmelte Reinhard Sporkmann. Wenn es um seinen Rekord geht, ist der 69-Jährige bescheiden. 225 Mal hat Sporkmann den Gang zum DRK angetreten, insgesamt 112,5 Liter Blut hat er so über die Jahre schon gelassen. Grund genug für eine Ehrung am Dienstagabend im Lüdinghauser DRK-Haus. „Ich spende ungefähr sechs Mal im Jahr. Wenn es in Lüdinghausen gerade keinen Termin gibt, fahre ich auch mal nach Nordkirchen“, erzählte er. Sporkmann ist damit der Mann mit den meisten Spenden in der Datenbank des DRK Lüdinghausen-Seppenrade.

Die Initialzündung zu spenden kam Sporkmann Anfang der 70er Jahre. Der ehemalige Polizist saß damals nachts im Streifenwagen, als die Beamten per Rundruf über einen Schwerverletzten informiert wurden und sein Kollege mit der besonders gefragten Blutgruppe 0 sofort spendete. „Da dachte ich mir, man kann so einfach helfen, und bin von dem Moment an immer hingegangen“, berichtete Sporkmann.

Bundesweit werden pro Tag 15 000 Blutkonserven benötigt, der Großteil davon kommt von Spendern wie Sporkmann. „Leider spendet die überwiegende Mehrheit der Deutschen kein Blut und verlässt sich damit auf die wenigen, die regelmäßig zu uns kommen“, betonte Frank Brokinkel vom Blutspendedienst West am Dienstagabend.

Mit beachtlichen 200 Blutspenden liegt Winfried Kalischke bei der Spendenanzahl nur knapp hinter Sporkmann. „Ich bin ja fast schon ein Junkie“, scherzte Kalischke während der Ehrung. Als alter Hase weiß er natürlich, dass der kleine Pikser bei der Blutabnahme keine Qualen bedeutet, dafür aber eine Menge bewirken kann.

Bei der Verarbeitung des gespendeten Blutes werden die einzelnen Blutbestandteile wie das Blutplasma herausgefiltert und für die verschiedenen Einsatzbereiche, zu denen auch Tumorbehandlungen zählen, genutzt. So sei es möglich, mit nur einer Konserve in der Regel bereits mindestens drei Patienten zu helfen, wusste Brokinkel zu berichten.

„Mit Ihrer Blutspende retten Sie Leben. Dafür bedanken wir uns auch im Namen der Empfänger“, sagte Dr. Thomas Schumacher, Vorsitzender des DRK Lüdinghausen, an die Mehrfachspender gewandt. Neben Sporkmann und Kalischke ehrte der Ortsverband am Dienstag noch 17 weitere Spender für jeweils 100-, 75-, 50- und 25-maliges Spenden. Zum Dank überreichte DRK-Ehrenamtlerin Monika Beisenkroll ihnen Urkunden, Anstecknadeln und Gutscheine für den Forstmannshof.

Bei der Gelegenheit wurde auch gleich der nächste Termin angekündigt: Am 13. Mai (Sonntag) lädt das DRK das nächste Mal zum Blutspenden ein. Reinhard Sporkmann wird da sein.

Von Simon Walters

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 05.04.2018

7. April 2018 14:03 Uhr. Alter: 105 Tage