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Josefshaus: DRK plant langfristig

Flüchtlinge im Josefshaus.

Sie wollen weiter zusammenarbeiten: Christoph Schlütermann (l.) vom DRK, Einrichtungsleiterin Birgit Poschmann und Sozialpädagoge Arne Espeter erläuterten die Pläne für eine reguläre Einrichtung zur Betreuung jugendlicher Flüchtlinge im Josefshaus. Foto: nit

Seppenrade

Die Brückeneinrichtung für unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge im Josefshaus möchte das DRK in eine reguläre Wohngruppe umwandeln – dann nicht mehr nur als Betreiber, sondern als Träger. Der Antrag auf eine entsprechende Betriebserlaubnis wurde beim Landesjugendamt gestellt.

Ende 2015 – die Flüchtlingswelle in Deutschland steuerte gerade auf ihren Höhepunkt zu – wurden überall im Land so genannte Brückeneinrichtungen für eine schnelle Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus dem Boden gestampft. „Es galt, die jungen Menschen so zügig wie möglich aus den Erstaufnahmeeinrichtungen herauszuholen und ihnen den besonderen Schutz zu gewähren, auf den jeder Jugendliche in Deutschland einen Anspruch hat“, erklärt Detlef Schütt, Dezernent beim Kreis Coesfeld. Auch in Seppenrade wurde – in Trägerschaft der zuständigen Jugendämter – eine solche Einrichtung ins Leben gerufen. Im Josefshaus fanden in der Anfangszeit knapp 50 jugendliche Flüchtlinge eine Unterkunft. Als Betreiber fungierte das DRK.

Land schließt alle Brückeneinrichtungen

Jetzt, fast zwei Jahre später, hat sich die Situation so weit entschärft, dass im ganzen Land diese Brückeneinrichtungen wieder geschlossen werden. „Die Jugendlichen finden jetzt Platz in regulären Wohngruppen oder Betreuungseinrichtungen“, so Schütt. Und genau solch eine reguläre Einrichtung möchte nun das DRK, dann allerdings in eigener Trägerschaft, künftig im Josefshaus etablieren. „Nur weil die Brückeneinrichtungen geschlossen werden, wäre es dumm, ein so gut eingespieltes Team, das alle notwendigen Kompetenzen und eine Menge Erfahrung mitbringt, zu zerschlagen“, begründet Christoph Schlütermann, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, den Schritt gegenüber den WN. Auch von Seiten der Ordensschwestern sei Interesse signalisiert worden, auch künftig das nachbarschaftliche Miteinander der Generationen und Nationalitäten mittragen zu wollen. „Viele Schwestern empfinden das als eine Bereicherung. Und auch die Jugendlichen profitieren von den Kontakten und Gesprächen mit den Ordensfrauen“, ist Schlütermann überzeugt.

Den Antrag auf eine Betriebserlaubnis habe das DRK beim Landesjugendamt gestellt. Nun müssten noch Detailfragen geklärt werden. So zum Beispiel auch, was mit den Jugendlichen passieren soll, die in der regulären Einrichtung keinen Platz finden würden. Zurzeit leben 20 junge Flüchtlinge zwischen 15 und 18 Jahren im Josefshaus. Sie stammen vornehmlich aus Westafrika und dem Irak. „Wir versuchen natürlich, dass alle bleiben können. Das wäre für die Jugendlichen aus menschlicher und sozialpädagogischer Sicht das Beste“, unterstreicht Birgit Poschmann, Leiterin der Einrichtung. Da das Land den Wunsch geäußert habe, eine Etage im Josefshaus als Reserve vorzuhalten, könne man dort eventuell den Platz nutzen.

Von Beate Nießen

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 29.09.2017

2. Oktober 2017 18:47 Uhr. Alter: 13 Tage