Sie sind hier: Aktuelles » 

Spendenkonto:
SparkasseWestmünsterland
IBAN: DE06401545300000002857
BIC: WELADE 3W XXX

„Sie haben nicht lange gefragt“

Brücke in ein neues Leben .

Ein kulinarisches Dankeschön bereiteten die jugendlichen Flüchtlinge den ehrenamtlichen Helfern in Form eines afghanischen Menüs zu. Foto: Laurids Leibold

Seppenrade

Mit einen afghanischen Dreigang-Menü haben sich am Sonntag die jugendlichen Flüchtlinge der Brückeneinrichtung im St.-Josefshaus bei allen ehrenamtlichen Helfern bedankt.

Draußen fällt der Schnee, doch drinnen herrscht eine wohlige Atmosphäre. Die Leute unterhalten sich angeregt, die Stimmung ist positiv am Sonntagvormittag im Heimathaus in Seppenrade . Anlässlich des ersten Geburtstages der Brückeneinrichtung im St. Josefhaus für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge haben der Kreis Coesfeld , das DRK , die Städte Coesfeld und Dülmen sowie die Jugendlichen zu einer gemeinsamen Dankeschön-Veranstaltung eingeladen.

Die Gesprächsthemen an den Tischen sind vielfältig, haben aber doch häufig mit der Flüchtlingsthematik zu tun. Beispielsweise die Zustände der Flüchtlingslager in Bulgarien, wo derzeit Minustemperaturen herrschen und die Menschen der Kälte teils schutzlos ausgeliefert sind. Beherrschend aber sind die positiven Gesprächsthemen, wie der Rückblick auf das vergangene Jahr, als die ersten Jugendlichen in das St. Josefhaus einzogen. „Es ist beeindruckend, dass sich die Schwestern so schnell darauf eingelassen haben“, meint Johanna Dülker, Leiterin des Kreisjugendamtes.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr begrüßt die Anwesenden und ist voll des Lobes: „Sie haben dazu beigetragen, dass die Brückeneinrichtung funktioniert. Sie haben nicht lange gefragt, sondern zugepackt. Ich bin stolz auf Sie.“ Anschließend äußert sich Christoph Schlütermann, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Coesfeld: „Die Jugendlichen kriegen hier eine einmalige Chance. Und sie haben diese Chance verdient.“

Und die jungen Flüchtlinge sind sich dieser Chance bewusst: „Mir gefällt es hier sehr gut. Ich bin glücklich“, erklärt Mirwais. Er ist seit sechs Monaten in Seppenrade und in seiner Freizeit spielt er am liebsten Volleyball. Und was sagen die Schwestern des St. Josefhauses zu ihren neuen Mitbewohnern? „Am Anfang war es schon spannend, aber es gab nie Probleme. Es ist ein wirklich schönes Miteinander“, meint Oberin Schwester Irmgard.

Nach der Begrüßung stellen dann die Jugendlichen ihre kulinarischen Fähigkeiten unter Beweis und präsentieren als Dankeschön ein afghanisches Menü. Zunächst gibt es eine Suppe mit Fleisch und Gemüse. Die einhellige Meinung unter den Gästen lautet „lecker“. Zwischen Vorspeise und Hauptgang erklärt der Mitarbeiter der Brückeneinrichtung, Selmi El-Khodary, den ehrenamtlichen Helfern die verschiedenen Gänge. So werde der Hauptgang, ein Reisgericht mit Geflügel, normalerweise sitzend auf dem Boden gegessen. Nach der Einführung in die afghanische Küche wendet sich El-Khodary an die Gäste: „Vielen Dank, dass Sie so zahlreich gekommen sind.“ Auch die Hauptspeise schmeckt den Gästen und beim Nachtisch, einem Fruchtmus mit Sahne und Nüssen, ist am Ende jeder Teller leer.

Zum gemeinsamen Gruppenfoto, als Erinnerung an diesen Tag, ist mittlerweile die Sonne hervorgekommen und strahlt – ebenso wie die Gesichter der Beteiligten.

Von Laurids Leibold

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 16.01.2017

18. Januar 2017 17:27 Uhr. Alter: 363 Tage