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Das „Paradies“ öffnet seine Pforten

DRK-Kita Höckenkamp bezieht Neubau.

Bis zuletzt waren die Handwerker am und im neuen DRK-Kindergarten Höckenkamp im Einsatz. „Das war eine Punktlandung“, kommentierte Architekt Axel Rüdiger die pünktliche Fertigstellung der Einrichtung. Bild: WN

Lüdinghausen

Punktlandung: Am Montag haben die Mädchen und Jungen des DRK-Kindergartens Höckenkamp ihre neue Einrichtung bezogen. Dort hatten bis zuletzt die Handwerker das Sagen. Und auf dem Außengelände haben sie es noch immer.

Wer noch Ende vergangener Woche durch den weitläufigen Neubau des DRK-Kindergartens Höckenkamp spazierte, konnte sich nur schwer vorstellen, dass hier nur wenige Tage später an die 70 Kinder über die Gänge toben würden. „Das war eine Punktlandung“, kommentiert nicht ohne Grund Architekt Axel Rüdiger die pünktliche Fertigstellung der Einrichtung. Durch den plötzlichen Umzug der Module der „Roten Villa“ zum Klutensee, um dort übergangsweise zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen (die WN berichteten), sei man zum Ende doch mächtig unter Zeitdruck geraten. „Wenn die Handwerker hier in den letzten Wochen nicht auch am Wochenende und bis in den späten Abend hinein angepackt hätten, wäre das nicht zu schaffen gewesen.“ Einzig das Außengelände kann aktuell von den Kindern noch nicht genutzt werden – auch wenn dort schon ein großes Piratenschiff die Kleinen zum Klettern lockt.

Erster Spatenstich war Mitte September 2016. Damals war schon vom DRK als Träger auf das besondere Konzept des neuen Kindergartens hingewiesen worden, das sich auch in der Architektur niederschlägt. „Bei uns dürfen die Kinder jeden Tag selbst entscheiden, welches Angebot sie nutzen wollen“, erklärt Leiterin Nadine Langanke das pädagogische Konzept. Statt der sonst üblichen Gruppenräume gibt es vier Themenräume, in denen von den dort jeweils zuständigen Erzieherinnen unterschiedliche Spielangebote gemacht werden. Im Kreativraum wird gemalt, gebastelt, und es gibt sogar eine Werkbank. Im Rollenspielraum dreht sich alles um die Fantasie der Kinder: sie können sich verkleiden, schminken und in Rollen schlüpfen, die ihnen Spaß machen oder Situationen nachspielen, die sie spannend finden. „Dabei geben wir nicht etwas vor, sondern greifen Ideen der Kinder auf und organisieren das nötige Material, um sie umzusetzen“, erklärt Erzieherin Julia Röver das Prinzip. Ein Bewegungsraum und ein Bauraum komplettieren die Angebote. Dabei soll die Freiheit der Kinder selbst zu entscheiden, an welchem Angebot sie teilnehmen wollen, ihre Selbstständigkeit fördern.

Einen eigenen Gruppenraum haben ausschließlich die zehn Mädchen und Jungen der U 3-Kinder. „Die ganz Kleinen brauchen noch einen eigenen geschützten Bereich, allerdings sind sie immer eingeladen, auch auf Entdeckungstour zu gehen“, so Langanke. Möglich ist das nur, da alle Räume, die von den Kindern selbstständig genutzt werden, ausschließlich im Erdgeschoss liegen. Auf knapp 600 Quadratmeter Fläche dürfen sie sich dort frei bewegen. Im ersten Stock befinden sich unter anderem das Leitungsbüro und der Aufenthaltsraum der Erzieherinnen. Das Team besteht inklusive der Leitung aus zehn Erzieherinnen und einer Praktikantin im Anerkennungsjahr. Sie alle haben im Vorfeld eine Fortbildung zu dem pädagogischen Konzept der „offenen Arbeit“ absolviert. „Und das haben wir auch schon während der Übergangszeit in der ‚Roten Villa‘ mit den Kindern gelebt“, so Langanke. Jetzt, in ihrem richtigen Zuhause, lasse sich das natürlich noch besser umsetzen. „Wenn man ehrlich ist, ist das hier für Kinder ein richtiges Paradies.“

Bei aller Freiheit, die die „offene Arbeit“ im neuen DRK-Kindergarten mitbringt, gibt es übrigens trotzdem auch Regeln. So erklingt jeden Tag um 9 Uhr ein Gong, der die Kinder in ihren „Stammraum“ ruft, um gemeinsam den Tag zu beginnen. Und auch für das Mittagessen oder die anschließende Ruhephase gibt es feste Spielregeln. Erst danach heißt es dann wieder „Spielen nach Kinderherzenslust“.

Von Beate Nießen

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 08.08.2017

10. August 2017 13:00 Uhr. Alter: 159 Tage