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Seit 5. Februar keine neuen Flüchtlinge

Lüdinghausen profitiert vom Zuweisungsstopp für kleinere Städte.

Lüdinghausen

 

Dank der jetzt bis Ende März verlängerten Regelung der Landesregierung, neu ankommende Flüchtlinge ausschließlich Großstädten zuzuweisen, bekommt auch die Steverstadt ein Atempause bei der Unterbringung von Asylsuchenden.

Die Schonfrist der NRW-Landesregierung für kleinere Städte bei der Zuweisung neuer Flüchtlinge macht sich auch in der Steverstadt bemerkbar. „Seit dem 5. Februar hatten wir keine Zuweisungen mehr“, bestätigt Berthold Hölscher, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales, auf Anfrage der WN.

Lediglich zwei Personen seien im Rahmen einer Familienzusammenführung in diesem Zeitraum nach Lüdinghausen gekommen. Damit liegt die Zahl der aktuell in Lüdinghausen gemeldeten Flüchtlinge bei rund 330. „Und wir gehen davon aus, dass das erst einmal so bleibt“, so Hölschers Einschätzung, nachdem die Landesregierung diese Schonfrist jetzt bis Ende März verlängert hat.

Hintergrund dieser Maßnahme zugunsten kleinerer Städte und Gemeinden sind Erhebungen aus dem Dezember 2015, die zeigen, dass Großstädte wie zum Beispiel Köln, Düsseldorf oder Essen in der Vergangenheit deutlich zu wenige Flüchtlinge aufgenommen haben.

Eine Ruhepause verzeichnet zurzeit auch Christoph Schlütermann vom DRK-Kreisverband für die Erstaufnahmestellen des Landes im Kreis Coesfeld. „In der Einrichtung in Seppenrade leben aktuell knapp 100 Flüchtlinge, von denen allerdings 28 bereits der Stadt Lüdinghausen zugewiesen worden sind, für die es dort aber noch keine Unterbringungsmöglichkeiten gibt“, so Schlütermann.

Maximal 150 Menschen können in der Erstaufnahme in Seppenrade untergebracht werden. „Wir nutzen die aktuelle Atem­pause für organisatorische Dinge, halten uns aber bereit, um jederzeit wieder eine größere Zahl von Asylsuchenden kurzfristig unterzubringen.“

Mit großer Sorge sieht das DRK-Mitglied dabei die aktuelle Entwicklung in Griechenland. „Da spielt sich mitten in Europa eine humanitäre Katastrophe ab, und alle schauen zu. Wenn nicht einmal mehr die grundlegendsten Standards erfüllt werden, wie Schutz vor Kälte, ausreichend Nahrung und eine gesundheitliche Grundversorgung, dann ist das ein Verstoß gegen die Genfer Flüchtlingskonvention. Da muss jetzt unbedingt gehandelt werden.“

Von Beate Niessen

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 04.03.2016

6. März 2016 18:32 Uhr. Alter: 2 Jahre