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Einrichtung steht jetzt leer

Notunterkunft für Flüchtlinge.

Nottuln

 

Die letzten 88 Flüchtlinge aus der Notunterkunft Hauptschule werden verabschiedet. Schneller als erwartet, kam dieses Ende. Und wie geht es weiter?

Auf einmal geht es ganz schnell: Am heutigen Mittwoch (15. Juni) werden die letzten 88 Gäste der Flüchtlingsnotunterkunft im Hauptschulgebäude in andere Einrichtungen verlegt. Die Geschwister-Scholl-Schule als Notunterkunft des Landes NRW hat ausgedient. Zum 30. Juni wird die Landeseinrichtung offiziell geschlossen.

Für das Mitarbeiterteam des DRK-Kreisverbandes um Einrichtungsleiter Sebastian Schlößer ist die Verlegung der letzten Bewohner durchaus ein emotionaler Moment, haben sich doch in den vergangenen Wochen und Monaten viele neue Kontakte ergeben. Am Dienstagabend kamen Team und Bewohner deshalb zu einer gemeinsamen Abschlussfeier am Grill zusammen.

Für das DRK und die Gemeinde Nottuln kam die Nachricht von der Verlegung überraschend. „Erst Ende der vergangenen Woche sind wir informiert worden“, schilderte Beigeordnete Doris Block im WN-Gespräch.

Nach Informationen des DRK-Kreisverbandes werden die Flüchtlinge zum Teil in andere Notunterkünfte verlegt, gelangen also noch nicht zu ihrem dauerhaften Aufenthaltsort. DRK-Vorstand Christoph Schlütermann findet das „nicht so schön für die Gäste“, schließlich hätten einige von ihnen schon eine lange Zeit in der Notunterkunft ausharren müssen. „Und die Integration beginnt ja erst richtig, wenn die Flüchtlinge endgültig den Kommunen zugewiesen sind.“

Das Mitarbeiterteam um Sebastian Schlößer wird die Zeit bis zum 30. Juni nutzen, um aufzuräumen, aber auch um Resturlaube zu nehmen und Überstunden abzubauen. Mit der Gemeinde Nottuln laufen bereits Gespräche über die Fortführung der Unterkunft als Gemeindeeinrichtung, „dies aber in einer stark reduzierten Form“, wie Schlütermann erläuterte.

Auch Doris Block wies darauf hin, dass die Gemeinde gerade dabei sei, alle erforderlichen Vorkehrungen für eine Weiternutzung des Gebäudes zu treffen. Voraussichtlich bis zum Jahresende werde man die Hauptschule wohl als Unterkunft weiter benötigen. Bis dahin soll dann neuer Wohnraum, zum Beispiel durch den Dachgeschossausbau an der Daruper Straße, zur Verfügung stehen.

Betroffen von der Verlegung der letzten 88 Gäste ist natürlich auch das Ehrenamt in Nottuln. Rund 25 Männer und Frauen haben sich in der Kinderbetreuung engagiert, weitere rund 30 Freiwillige halfen wöchentlich bei den Deutsch-Kursen. All das fällt jetzt weg. Carola König, die von Seiten der Gemeinde die ehrenamtlichen Aktivitäten koordiniert, gab am Dienstag die Nachricht von der Schließung an alle Helfer weiter. Sie hofft, dass trotz des abrupten Endes bei der Flüchtlingsbetreuung in der Notunterkunft die Motivation der Freiwilligen weiter hoch bleibt.

Neue Impulse für die Integrationsarbeit verspricht sie sich vom Nottulner Inte­grationsforum, das die Gemeinde am 29. Juni (Mittwoch) veranstaltet (18 Uhr, Forum Gymnasium). Mehr als 250 Einladungen seien dafür versandt worden.

Von Ludger Warnke

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 15.06.2016

17. Juni 2016 16:20 Uhr. Alter: 2 Jahre