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Nur das DRK hat noch Interesse

13 Institutionen lehnten Übernahme der Kindergarten-Trägerschaft ab.

Lüdinghausen

 

Der DRK-Kreisverband soll Träger eines weiteren Kindergartens werden, der zum Sommer 2017 eröffnet wird. Das ist einstimmiges Votum des Ausschusses für soziale Infrastruktur und Familienförderung. Darüber hinaus gab es aber am Dienstagabend nach Sitzungsende noch viele offene Fragen, die auch von der Verwaltung noch nicht beantwortet werden konnten. In den vergangenen Tagen überschlugen sich nämlich die Ereignisse und die Informationen. Überrascht war die Politik insbesondere darüber, dass nach Auskunft des Kreisjugendamtes in Lüdinghausen aktuell 1,5 Kindergartengruppen fehlen. Betroffen davon sind insbesondere die Plätze der U3-Kinder.

Waren die Entscheidungsträger bis Dienstag davon ausgegangen, dass der geplante Kindergarten im Bereich des Stadionvorplatzes errichtet werden soll, so deutete Beigeordneter Matthias Kortendieck am Dienstagabend an, dass diese Entscheidung noch offen sei, zumal auch noch keine Entscheidung darüber gefallen sei, ob das Gebäude in Eigenregie oder über einen Investor errichtet werde. „Es handelt sich hier um eine strategisch wertvolle Fläche“, kommentierte Kortendieck die Situation. Dem Haupt- und Finanzausschuss werde die Verwaltung demnächst einen Vorschlag unterbreiten.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Situation, dass eineinhalb Gruppen für die U3-Betreuung laut Kindergarten-Bedarfsplan fehlen und dafür eine Lösung gefunden werden müsse, erinnerte Kortendieck auch daran, dass in absehbarer Zeit die „Kurve wieder nach unten geht“. Dann könnten Einrichtungen leer stehen. Auch daran müsse langfristig gedacht werden.

Aktuell ist das Interesse von Vereinen und Organisationen, die Trägerschaft über einen Kindergarten zu übernehmen, ausgesprochen gering. Das hat die Ausschreibung durch die Stadt Lüdinghausen gezeigt. 14 potenzielle Organisationen wurden angeschrieben, lediglich sechs Rückmeldungen gingen in der Verwaltung ein, und lediglich der DRK-Kreisverband bestätigte das Interesse an einer Trägerschaft. „Viele Träger ziehen sich zurück, für sie ist der Betrieb eines Kindergartens nicht mehr zu stemmen“, lautete die Begründung der Verwaltung für dieses mangelnde Interesse.

Marlies Leifken vom DRK-Kreisverband erläuterte in der Sitzung, dass das Rote Kreuz die Betreuung der aktuell 23 Kitas im Kreis Coesfeld in einer gemeinnützigen Gesellschaft zusammenführen wolle. Dadurch sollten insbesondere die Ortsvereine entlastet werden. Das DRK beschäftigt auf Kreisebene aktuell 350 pädagogische Mitarbeiter und betreut 1300 Kinder.

Für die Stadt Lüdinghausen wird der Neubau eines weiteren Kindergartens mit erheblichen Kosten verbunden sein. Es ist davon auszugehen, dass die Stadt die Einrichtungskosten in Höhe von etwa 200 000 Euro übernehmen muss. Die jährlichen Betriebskosten der Einrichtung, die ebenfalls die Stadt trägt, belaufen sich auf 40 000 bis 50000 Euro – je nach Anzahl der Gruppen der Einrichtung.

Von Werner Storksberger

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 25.02.2016

26. Februar 2016 18:24 Uhr. Alter: 2 Jahre