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„Ein guter Ort, um anzukommen“

Stellvertretende Ministerpräsidentin Löhrmann und Minister Schmeltzer informierten sich über Unterbringung im Josefshaus.

Seppenrade

 

„Ich bin Sami“, stellte sich gestern der junge Flüchtling aus Afghanistan vor. „Ich heiße Sylvia und bin Ministerin“, kam die prompte Antwort. Für die stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann hatte sich Sami kräftig in Schalte geworfen. 

Sein Sakko entsprach vielleicht nicht der aktuellen Trendfarbe, aber es machte einiges her. Aber nicht alleine von Sami waren Sylvia Löhrmann und Integrationsminister Rainer Schmeltzer beeindruckt. Das Josefshaus, in dem aktuell 47 alleinreisende jugendliche Flüchtlinge leben, beeindruckte die Vertreter der Regierung. Respekt zollten Löhrmann und Schmeltzer nicht nur der räumlichen Unterbringung. Als „vorbildlich“ bezeichneten beide auch die Betreuung durch das Jugendamt des Kreises, das DRK und nicht zuletzt auch durch die Schwestern. „Das ist ein guter Ort, um in unserer Gesellschaft anzukommen“, so die stellvertretende Ministerpräsidentin.

Anlass für den Besuch in Seppenrade war die Eröffnung des 50. Kommunalen Integrationszentrums im Land NRW, das der Kreis Coesfeld einrichtet. Nachdem sich die Politiker Freitagmorgen zunächst über die Integrationsbemühungen am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg informiert hatten, stand anschließend der Besuch in Seppenrade an, wo das Minister-Duo auch den Zuwendungsbescheid an Landrat Christian Schulze Pellengahr überreichte. Die Vertreter der Landesregierung hatten sich zuvor bei einem Rundgang durch die Einrichtung über die Unterbringungssituation informiert.

„Es bewegt uns sehr, wie Sie das Zusammenleben hier organisieren“, zeigte sich Sylvia Löhrmann zum Abschluss der Visite beeindruckt. „Ihre Arbeit ist etwas Wertvolles für unsere Gesellschaft“, würdige die stellvertretende „Landesmutter“ die Toleranz, mit der die katholischen Nonnen den häufig muslimischen Jugendlichen begegneten. „Wir haben hier viele Probleme erkannt, über die sich in Düsseldorf am Ministertisch noch niemand Gedanken gemacht hat“, stellte auch Minister Schmeltzer fest.

„Wir haben hier sehr viele bildungshungrige Menschen, die wollen alle die Schule besuchen“, hatte zuvor DRK-Vorstand Christoph Schlütermann der Schulministerin die Bedürfnisse der Jugendlichen erläutert. Im Sinne einer praktikablen Betreuung forderte er die Behörden auch dazu auf, „auf gewisse Standards, die zu anderen Zeiten Sinn machen, auch mal zu verzichten“.

Von Werner Storksberger

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 14.02.2016

17. Februar 2016 17:34 Uhr. Alter: 2 Jahre