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Flüchtlinge bekommen Besuch

Jugend-Rot-Kreuzler aus Burkina Faso.

Gruppenbild mit Gastgebern: Die Delegation des Roten Kreuzes aus Burkina Faso freute sich über den herzlichen Empfang im Josefshaus. Die jugendlichen Flüchtlinge erzählten den Besuchern aus ihrem Alltag. Foto: Anne Eckrodt

Seppenrade

In ihrer Heimat Burkina Faso engagieren sie sich für das Jugend-Rot-Kreuz. Zurzeit ist die Gruppe von sechs Frauen und vier Männern zwischen 19 und 30 Jahren auf Einladung des DRK-Landesverbandes auf Deutschland-Besuch. Am Freitag informierte sie sich über den Alltag der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Josefshaus Seppenrade.

Etwas mulmig war ihm im Vorfeld schon. Das gibt Christoph Schlütermann unumwunden zu. Doch der DRK-Kreisvorstand stellt am Freitagmorgen schnell fest: Seine Bedenken sind unbegründet. Zusammen mit Birgit Poschmann, der Leiterin der Brückeneinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Josefshaus Seppenrade, begrüßt er im Nieselregen eine Delegation des Roten Kreuzes aus Burkina Faso.

„Passend zum heutigen Weltjugendtag sind sie bei uns zu Gast – das ehrt uns.

Christoph Schlütermann

Die sechs Frauen und vier Männer zwischen 19 und 30 Jahren engagieren sich in ihrer Heimat ehrenamtlich in der Jugendarbeit des Roten Kreuzes. „Passend zum heutigen Weltjugendtag sind sie bei uns zu Gast – das ehrt uns“, freut sich Schlütermann. Begleitet wird die Gruppe von JRK-Landesjugendreferent Christoph Schründer. Eine Woche sind die Gäste aus Westafrika auf Einladung des DRK-Landesverbandes, der seit 1969 eine Patenschaft zu seinem Pendant in Burkina Faso unterhält, in Deutschland unterwegs. „Brunnenprojekte, Schulen, Bildung und humanitäres Völkerrecht bilden die Schwerpunkte der Zusammenarbeit in all den Jahrzehnten“, macht der DRK-Kreisvorstand deutlich.

„Burkina Faso ist ein sehr armes Land. Daher waren wir gespannt, wie die Reaktionen der Gäste auf die vergleichsweise sehr gute Unterbringung der Flüchtlinge hier sein würde.

Christoph Schlütermann

Erleichtert stellt er fest, dass die Begegnung zwischen den jugendlichen Flüchtlingen und den Besuchern völlig problemlos verläuft. „Burkina Faso ist ein sehr armes Land. Daher waren wir gespannt, wie die Reaktionen der Gäste auf die vergleichsweise sehr gute Unterbringung der Flüchtlinge hier sein würden“, schildert Schlütermann die Gründe für seine leichte Anspannung im Vorfeld. Der offene und interessierte Umgang aller miteinander lässt ihn aufatmen. Die Jugendlichen erzählen von ihrem Alltag im Josefshaus, den vielen Kontakten zu den Menschen in Seppenrade. Er fühle sich hier aufgenommen wie ein eigenes Kind in einer Familie, schildert ein junger Mann seine Empfindungen. Dafür sei er sehr dankbar. Seine Mitbewohner nicken zustimmend.

Per Dolmetscherin haken die Jugend-Rot-Kreuzler nach, wollen mehr erfahren über das Leben in der Brückeneinrichtung und im Dorf. Schlütermann erzählt von der positiven Aufnahme, dem großen ehrenamtlichen Engagement vieler Seppenrader in der Flüchtlingsarbeit. Diesmal sind es die Gäste, die anerkennend nicken. Ihr Fazit zum Abschluss des Besuchs gleicht einem Appell: Auch wenn für die Jugendlichen hier vieles fremd sei, böten sich ihnen tolle Chancen, die sie nutzen sollten – so der Tenor der Besucher.

Dann geht es weiter zu anderen Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes in Coesfeld und Billerbeck. Zurück bleiben Erleichterung und ein Gastgeschenk: ein Bild, das – so Schlütermann – „bei aller Trostlosigkeit der Umgebung auch Zeichen der Hoffnung birgt“.

Von Anne Eckrodt

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 12.08.2016

15. August 2016 17:47 Uhr. Alter: 1 Jahre