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Hauptschule nur Zwischenstation

Sind inzwischen weitergezogen: Diese Kinder waren Gäste in Nottuln, als die Hauptschule noch als Erstaufnahmeunterkunft diente. Die Flüchtlinge sind inzwischen anderen Kommunen zugewiesen worden. Bald werden neue Ankömmlinge im Hauptschulgebäude vorübergehend eine Bleibe bekommen, ehe sie anderswo in Nottuln ein Zuhause finden. Foto: Ulla Wolanewitz

Nottuln

Am Freitag (12. August) sollen die ersten Flüchtlinge nach der Schließung der Hauptschule als Landeseinrichtung nach Nottuln kommen. Zunächst möchte man sie in vorhandenen Unterkünften und Häusern unterbringen. Erst wenn weitere Menschen kommen, wird die Gemeinde die Hauptschule nutzen.

140 neue Mitbewohner bekommt die Gemeinde Nottuln in den nächsten Wochen. Die ersten 31 Flüchtlinge, die hier beheimatet werden, hat die Bezirksregierung zu Freitag (12. August) angekündigt. Insgesamt soll die Neuzuweisung der 140 Personen bis Ende September abgeschlossen sein.


  

 

„Bei uns läuft alles auf Hochtouren. Wir sind gut vorbereitet“, erklärte Benedikt Gellenbeck, Leiter vom Fachbereich 2 Schule und Soziales. Sicher ist, dass die 31 Menschen, die aus drei verschiedenen Einrichtungen in NRW kommen, noch in vorhandenem Wohnraum der Gemeinde untergebracht werden können. Erwartet werden Familien mit Kindern und Alleinreisende. „Es sind noch Einzelplätze in Männerwohngemeinschaften vorhanden. Und sofern es uns möglich ist, berücksichtigen wir auch, dass das Umfeld passt. Heißt: Dass Familien dorthin kommen, wo auch andere Familien sind.“

Voraussichtlich ab der kommenden Woche soll dann mit der Belegung der Hauptschule begonnen werden. Derzeit ist hier schon ein Sicherheitsdienst aus Lüdinghausen im Einsatz, der die Anweisung hat, niemandem Zutritt zu gewähren. Es sei denn, er hat eine Genehmigung von der Gemeindeverwaltung.

Da es sich beim Hauptschulgebäude um eine „nicht wohnungsähnliche Unterkunft“ handelt, holte die Verwaltung zudem wieder den DRK-Kreisverband Coesfeld ins Boot. Dieser beschäftigt zwei Mitarbeiter in der Unterkunft. Davon übernimmt der arabisch sprechende Abdallah Abdul-Latif die Leitung. Er kennt sich hier aus, denn er gehörte auch zum DRK-Team, das die Flüchtlinge in der Hauptschule betreut hat, als diese noch Erstaufnahmeunterkunft des Landes gewesen ist.

Im Gebäude ist nun Platz für 120 Personen geschaffen worden. Zwölf Betten pro Klassenraum, ausschließlich im Untergeschoss, sind installiert und entsprechend viele Schränke als Raumteiler aufgestellt. Zwei naturwissenschaftliche Räume im Obergeschoss haben separate Fluchtwege und können deshalb als Unterrichtsräume mitgenutzt werden.

„Die Hauptschule dient hier wieder als erste Unterbringung“, machte Gellenbeck deutlich und ergänzte, dass sobald – in etwa ab Oktober – die Unterkünfte an der Daruper Straße und in der Grundschule Schapdetten bezugsbereit sind, die Flüchtlinge hierher umgesiedelt werden. „Dort können sie eigenständiger sein und selber kochen.“ Da die Eigenversorgung mit drei Mahlzeiten in der Hauptschule nicht gegeben ist, arbeitet das DRK hier wiederum mit einem Caterer zusammen.

Unterstützung bekommt Elisabeth Krampe, Sozialarbeiterin der Gemeinde Nottuln. Denn die Verwaltung hat zum 1. Oktober einen weiteren Sozialarbeiter eingestellt.

Bei den 140 Personen, die nun erwartet werden, soll es sich nach Auskunft des Fachbereichsleiters um Menschen mit einer guten Bleibeperspektive handeln, die ihren Asylantrag schon gestellt haben.

Von Ulla Wolanewitz

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 11.08.2016

13. August 2016 17:38 Uhr. Alter: 2 Jahre