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GmbH des DRK geht an den Start

Fünf Ortsvereine Gründungsmitglieder / Neun Einrichtungen jetzt unter einem gemeinsamen Dach.

Auf Los geht’s los: In neun DRK-Einrichtungen im Kreis Coesfeld – wie hier in der Johann-Heermann-Kita in Billerbeck – brach gestern eine neue Ära unter dem Dach einer kreisweiten GmbH an. Foto: az

Kreis Coesfeld

Seit gestern haben die Erzieherinnen von sieben DRK-Kindergärten im Kreis Coesfeld einen neuen Chef. Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes, hat diese Position übernommen. Er löst ehrenamtlich Tätige in fünf DRK-Ortsvereinen ab, die die Einrichtungen bisher eigenständig betrieben: und zwar in Ascheberg (2), Billerbeck (2), Buldern (1), Havixbeck (1) und Nordkirchen (1). Gemeinsam mit zwei neuen Kitas in Lüdinghausen und Nottuln finden sie sich unter dem Dach der neu gegründeten Kita-GmbH wieder, die vom DRK-Kreisverband als Mehrheitsgesellschafter geführt wird.

Die Ortsvereine halten daran Anteile. Und in Form von Beiräten arbeiten sie inhaltlich weiter eng mit. „Wichtig war allen Beteiligten, dass die gewachsenen Strukturen und traditionellen Werte vor Ort und das ehrenamtliche Engagement erhalten bleiben“, betonte Konrad Püning, Präsident des DRK-Kreisverbandes, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der neuen GmbH ist.

Der Kreisverband verleibt sich deshalb die Kitas nicht einfach ein – das ginge auch gar nicht. Nein: „Die Initiative ist schon vor einiger Zeit von Ortsvereinen ausgegangen“, berichtete Marion Dirks, DRK-Ortsvereinsvorsitzende und Bürgermeisterin in Billerbeck. Sie nannte auch den Grund: „Es wurde immer schwerer, ehrenamtlich engagierte Menschen zu finden, die das machen.“ Und einen Kindergarten zu verwalten – das geht eben aufgrund gestiegener gesetzlicher Anforderungen und immer mehr bürokratischen Aufwands – von der Haftung ganz zu schweigen – „auch nicht mit links“, wie Schlütermann erläuterte. So biete der Kreisverband seinen Ortsvereinen nun mit der GmbH die Möglichkeit, die Trägerverantwortung abzugeben und „ihren“ Kindergarten vor Ort trotzdem noch weiter intensiv zu begleiten. „Bei wichtigen Personalentscheidungen werden die örtlichen Beiräte einbezogen“, nannte Schlütermann ein Beispiel.

Er verspricht sich von dem Verbund viele Synergieeffekte – unter anderem Kosten zu senken. Dienen soll er zudem dazu, die hohen Qualitätsstandards zu sichern und die Marke „DRK“ zu sichern. Das, so Kita-Fachberaterin Marlies Leifken, sei bislang vor allem „das Verdienst der Ehrenamtlichen, die sich für die Kindergärten engagieren: Ohne sie gäbe es da so nicht.“

Für die 126 Mitarbeiter in den Einrichtungen, die nun zur GmbH gehören, ändert sich kaum etwas. Fachliche Begleiterin bleibt – wie in den DRK-Einrichtungen der übrigen Ortsvereine – Leifken. Sie hat mit Christiane Schwering als zusätzliche pädagogische Fachkraft noch Verstärkung erhalten. Leifken betreut künftig den Süd- und Schwering den Nordkreis.

Die große Mehrheit der Ortsvereine – es gibt kreisweit 28 DRK-Kindertageseinrichtungen – ist noch nicht mit im Boot. Nicht weil sie der GmbH skeptisch gegenüber stünden, stellte Schlütermann auf Nachfrage unserer Zeitung klar. Vielmehr funktioniere dort die ehrenamtliche Geschäftsführung – meist durch einzelne engagierte Personen – noch sehr gut. „Und so lange es die gibt, soll das auch so bleiben“, stellte er klar. Und wenn nicht mehr, sei jeder Ortsverein eingeladen, seine Kita mit in die GmbH einzubringen. Schlütermann: „Wir sind und bleiben offen für die anderen Ortsvereine.“

Von Detlef Scherle

Pressebericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 01.08.2016

1. August 2016 18:25 Uhr. Alter: 1 Jahre