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Pionierarbeit im Kuhstall

Holtwicker DRK-Kindergarten hilft Studierenden bei Forschungsprojekt / Leitfaden für Besichtigungen.

Rosendahl / Holtwick

 

Ganz vorsichtig steckt der vierjährige Nils seine Hand durch die Gitterstäbe. Die schwarz-weiße Kuh schnauft erst etwas skeptisch, dann lässt sie sich doch kurz streicheln. „Das fühlt sich ganz weich an“, erklärt der Vierjährige und lächelt.

Nils ist eines von 18 Kindern aus dem DRK-Kindergarten Holtwick, die den Milchkuhbauernhof Wies in Coesfeld, Sirksfeld besuchen. Doch der Ausflug ist kein gewöhnlicher, sondern ein Pilotversuch für ein Projekt dreier Studierender der Fachschule für Agrarwirtschaft in Borken. Andre Gauxmann, Kevin Niehues und Thomas Brüggemann haben im Rahmen einer Projektwoche zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit“ die Idee dazu gehabt. Ziel sei es, einen Leitfaden zur Vorbereitung und Durchführung von Hofbesichtigungen für Kindergärten zu entwickeln. „Die Betriebe sollen dann unter anderem eine Checkliste an der Hand haben, auf der zu sehen ist, was im Vorfeld und am Tag selber zu tun ist“, erklärt Thomas Brüggemann aus Höven.

Dadurch würden nun Erfahrungen gesammelt werden, auf die später alle Landwirte zugreifen können. „Der Betriebsablauf kommt bei so einem Besuch schon mal etwas durcheinander“, berichtet Brüggemann. Deshalb organisieren die Studierenden das Melken der Kühe so, dass die Kinder zu Beginn gleich hautnah dabei sein dürfen. Besonders wichtig ist für die Kinder auch das Füttern und Streicheln der Kälber auf dem Bauernhof Wies.

Im Vorfeld des Besuches haben die drei Studierenden Fragebögen in mehrere Kindergärten gegeben. Das Ergebnis: das Interesse ist riesig. Außerdem ließen sich daraus Erkenntnisse bezüglich Dauer und gewünschter Aktivitäten ableiten. „Es ist toll, dass die Kinder gar keine Scheu haben. Sie füttern die Tiere selbst und haben keine Angst sie anzufassen“, sagt Brüggemann begeistert.

Und bei den Kindern kommt der Besuch eh am besten an. „Ich war vorher noch nie auf einem Bauernhof“, erzählt die fünfjährige Lucia. Am besten haben ihr die großen Kühe bei der eigenhändigen Fütterung gefallen. Lars (5) hält sich da lieber an die kleineren Kühe. „Die Kälber zu füttern hat mir am meisten Spaß gemacht. Einmal war ich auch schon auf einem Bauernhof da gab es noch Schweine und Schafe“, berichtet er.

Bevor die Besichtigung ein Ende findet, dürfen die Kinder noch einmal selbst aktiv werden. Mit Hilfe einer Kuhattrappe versuchen sich die Kinder im Milchmelken. Was am frühen Morgen noch eine Maschine machte, muss nun selbst gemeistert werden. Ganz schön knifflig, die richtige Technik zu lernen.

Der abschließenden Leitfaden wird vom Lehrpersonal der Fachschule gern weitergereicht und kann unter folgender E-Mail-Adresse angefordert werden: cathleen.wenz@lwk.nrw.de.

Von Steven Micksch

Pressebericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 14.04.2016

16. April 2016 10:57 Uhr. Alter: 2 Jahre