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Bürger wollen helfen

Stadt informiert zum Thema Flüchtlinge.

Seppenrade

 

Bis auf den letzten Platz besetzt war am Mittwochabend das Heimathaus, als die Stadt über die Flüchtlingssituation informierte. Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller war dazu nach Seppenrade gekommen.

„Diese Situation wird unser Land verändern.“ Mit drastischen Worten verdeutlichte am Mittwochabend DRK-Vorstand Christoph Schlütermann die Situation, die sich aus der aktuellen Flüchtlingswelle für die Gesellschaft ergeben wird.

Rund 240 Bürger waren zur Informationsveranstaltung ins völlig überfüllte Heimathaus im Rosengarten gekommen. Die Stadt hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen, um die Anstrengungen der Behörden und Hilfsorganisationen darzustellen, aber auch, um Verständnis für die Notwendigkeit der Hilfe zu werben. Anlass für diese Veranstaltung war die Eröffnung der Notunterkunft in der ehemaligen Bundeswehreinrichtung in der Dorfbauerschaft. 91 Flüchtlinge waren dort am Dienstag eingezogen, nachdem Stadt, DRK, Feuerwehr und zahlreiche ehrenamtliche Helfer sowie heimische Betriebe das Gebäude „hergerichtet“ hatten.

Wer glaubte, dass bei der gestrigen Veranstaltung in erster Linie Sorgen, Nöte und Ängste formuliert wurden, sah sich getäuscht: Ein Großteil der Teilnehmer machte deutlich, dass man helfen wolle. Immer wieder wurde auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht. Aber die Fachleute von Stadt, DRK und Bezirksregierung mussten die Hilfsbereitschaft etwas zügeln: Gerade mit Blick auf die Notaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Bundeswehreinrichtung in der Dorfbauerschaft sei es jetzt zunächst einmal geboten, die „Menschen zur Ruhe kommen zu lassen“, wie es Schlütermann ausdrückte. Der designierte Beigeordnete der Stadt Lüdinghausen Matthias Kortendieck pflichtete bei: Die Stadt werde die Hilfsangebote aufnehmen und kanalisieren. Zunächst einmal müsse man die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigen.

Ein kompetentes Podium stand den interessierten Bürgern aus Seppenrade und Lüdinghausen Rede und Antwort. Neben Bürgermeister Richard Borgmann informierten Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller, Matthias Kortendieck, DRK-Vorstand Christoph Schlütermann, Josef Voss, Leiter der Ausländerbehörde beim Kreis Coesfeld, sowie Reinhard Frieling, Chef der Polizeiwache Lüdinghausen, über das Thema Flüchtlinge. Kurz und bündig machte Frieling auf das Thema Sicherheit aufmerksam: Auch wenn die Polizei häufiger im Bereich der Notunterkunft präsent sein werde, gebe es bisher keinerlei negative Erfahrungen aus anderen Bereichen des Kreises über steigende Kriminalität. Dorothee Feller („Ich mache aktuell fast nur noch in Flüchtlinge“) verdeutlichte die Probleme der Regierung: „Aktuell kommen rund 17 000 Flüchtlinge pro Woche zu uns. Damit hat niemand gerechnet, darauf waren wir nicht eingestellt.“

Von Werner Storksberger

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 23.09.2015

24. September 2015 18:40 Uhr. Alter: 3 Jahre