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Zeltstadt auf Ziegeleigelände

In Vinnum wird derzeit Obdach für rund 300 Personen geschaffen.

Olfen / Vinnum

 

Die erste Zeltstadt für Flüchtlinge im Kreis Coesfeld nimmt Gestalt an. Auf dem Gelände der alten Ziegelei Hüning im Olfener Ortsteil Vinnum wird derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, Notunterkünfte für rund 300 Personen zu errichten. Ein Zelt für die Sanitäranlagen steht schon. Jetzt ist die beauftragte Firma aus den Niederlanden dabei, die Schlafzelte aufzubauen. Abgestimmt wurden die Einzelheiten vor Ort bei einer großen Gesprächsrunde mit Vertretern der Bezirksregierung, der Stadt Olfen, des DRK, von Firmen, der Polizei und des Unternehmen ZKB-Elementbau. Diese Firma fertigt auch weiterhin in einer Halle auf dem Gelände Wände aus Ziegelsteinen.

Für die Bezirksregierung war Johannes Thebelt nach Vinnum gekommen. Er konnte den Beteiligten erste Pläne zur Aufteilung des Geländes zeigen: „Es werden fünf Schlafzelte für jeweils bis zu 60 Personen in einer Größe von 10 mal 25 Metern aufgebaut.“ Das Zelt für die Sanitäranlagen bietet Platz für jeweils 30 Duschen und Toiletten. Die Zelte sind jeweils rund fünf Meter voneinander getrennt, um ausreichend Platz für Rettungswege zu haben. Hinzu kommen dann noch zwei Aufenthalts- zelte sowie eines, das als Büro für die Verwaltung dient, und eines für die Verpflegung.

Noch offen ist weiterhin, wann die ersten Flüchtlinge einziehen werden. „Wir gehen weiterhin von Mitte Oktober aus“, so Thomas Drewitz von der Pressestelle der Bezirksregierung. Es müsse noch viel an Vorbereitungsarbeit geleistet werden. Wenn die Zelte stehen, gehe es an den Einbau der Duschen und Toiletten sowie das Verlegen der Versorgungsleitungen.

Der DRK-Kreisverband Coesfeld als Betreiber der Unterkunft hat die interne Vorbereitung schon so gut wie abgeschlossen. „Wenn die Zelte stehen, können wir zügig starten“, so Vorstand Christoph Schlütermann. Man müsse dann die Zelte einrichten, wolle dies in Zusammenarbeit mit dem THW und Ehrenamtlichen tun. Schlütermann: „Ich denke, für die Einrichtung benötigen wir ein bis zwei Tage.“ Fest stünden auch schon die Unternehmen für Catering und Sicherheit.

Bei der Planung der Zeltstadt ist die Stadt Olfen mit im Boot. „Wir möchten die Arbeit der Bezirksregierung und des DRK so gut unterstützen, wie wir können“, erklärte Beigeordneter Wilhelm Sendermann. So habe man in Gesprächen mit Bürgern aus Vinnum gewonnene Erkenntnisse in die Planung einbringen können. Man wolle auch für die Sicherheit der Flüchtlinge sorgen, wenn sie außerhalb der Zeltstadt unterwegs sind. Ein Gehweg soll verlängert werden. Damit die Heimatvertriebenen zum Beispiel zum Einkaufen nach Olfen kommen, soll ein Bus-Transfer eingerichtet werden. Außerdem wird über einen Hotspot nachgedacht, damit sie über Internet zu Angehörigen Kontakt aufnehmen können.

Von Allgemeine Zeitung

Pressebericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 07.09.2015

8. September 2015 17:10 Uhr. Alter: 3 Jahre