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Etwas Warmes braucht der Mensch

DRK-Kleiderkammer im Großeinsatz.

Lüdinghausen

 

Der nahende Herbst macht sich auch schon in der Steverstadt bemerkbar. Es wird ungemütlicher draußen, und damit rückt auch das Angebot der DRK-Kleiderkammer noch mehr in den Fokus.

Vor allem angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die häufig aus deutlich wärmeren Regionen nach Lüdinghausen kommen und deren Kleidung der hiesigen Witterung nicht wirklich angepasst ist. „Wir müssen uns für den Winter einen guten Vorrat an warmer Kleidung und Schuhen zulegen“, betont die Chefin und gute Seele der Kleiderkammer im Keller des St.-Marien-Hospitals, Sabine Schürjan. Von der Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist sie tief beeindruckt. „Wenn man sieht, wie viele Menschen kommen und Kleiderspenden bringen, wenn ich die vielen Anrufe zähle, wo uns Kleidung angeboten wird – das ist schon Wahnsinn.“

Und doch: Gerade warme Herrenkleidung und Schuhe werden immer noch dringend benötigt. „Wir wissen nicht, wie viele Flüchtlinge noch kommen werden“, erklärt DRK-Ortsvereinsvorsitzender Jo Weiand. Darum sei es wichtig, für alle Fälle gerüstet zu sein. Auch er lobt die große Hilfsbereitschaft der Bürger. „Aber das große Engagement der ehrenamtlichen Kräfte ist ebenfalls enorm.“ Schließlich müssten die vielen Kleiderspenden gesichtet, sortiert und dann schließlich an die Bedürftigen ausgeteilt werden. „Und das ist nicht immer so einfach, weil Sprachprobleme die Sache schon mal schwieriger gestalten können“, erzählt Sabine Schürjan schmunzelnd. Aber mit ein bisschen Englisch und Händen und Füßen klappe es am Ende doch immer.

Dass es gut klappt, kann Sekou Toure, seit Mai hauptamtlicher Integrationsbeauftragter in Lüdinghausen, nur bestätigen. „In Notfällen kann ich sogar Frau Schürjan anrufen und dann auch mal außerhalb der regulären Öffnungszeiten vorbei kommen. Das ist wirklich toll.“

Angesichts der großen Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hat die so gelobte Kleiderkammer-Chefin dann aber doch noch eine Bitte: „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch Lüdinghauser Unternehmen oder Einzelhändler beteiligen und uns vielleicht Ware spenden, die schon lange in den Regalen liegt.“

Von Beate Niessen

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 05.09.2015

5. September 2015 13:08 Uhr. Alter: 3 Jahre