Sie sind hier: Aktuelles » 

Spendenkonto:
SparkasseWestmünsterland
IBAN: DE06401545300000002857
BIC: WELADE 3W XXX

Angst vor dem „Defi“ nehmen

DRK Rosendahl lud zu Schulungen mit dem Gerät ein.

Rosendahl

 

Elisabeth van Deenen beugt sich über Anne und drückt 30 Mal hintereinander kräftig auf den Brustkorb der menschengroßen Übungspuppe. Anna Maria Schubert kniet daneben und macht den Defibrillator startklar. Sorgfältig klebt sie die beiden Elektroden auf den Körper der Übungspuppe.

Beide Frauen hören genau zu, was das Gerät ihnen mit einer lauten Computerstimme als Nächstes aufträgt. Dann kommt der Hinweis, dass ein elektrischer Schock ausgelöst werden soll. Anna Maria Schubert drückt auf den grün blinkenden Knopf auf dem kleinen Gerät. Dann heißt es, die Übungspuppe nicht mehr zu berühren. Und danach geht es direkt weiter mit der Herzdruckmassage und Mund- zu Mund- oder Mund- zu Nase-Beatmung.

Anna Maria Schubert und Elisabeth van Deenen sind zwei Teilnehmer der Defibrillator-Schulung, zu der das Deutsche Rote Kreuz ins Haus der Begegnung eingeladen hat. Werner Bertels, First Responder beim DRK, und der Arzt Alexander Sicking sind zufrieden mit der Leistung der beiden Damen.

„Die Herzdruckmassage ist körperlich richtig anstrengend“, meint Anna Maria Schubert. „Jetzt habe ich aber viel mehr Sicherheit im Umgang mit einem Defibrillator“, freut sich Elisabeth van Deenen. In der Übung wird simuliert, dass einer der Helfer das Gerät aus dem Vorraum der Sparkasse in Darfeld holt.

Denn dort ist seit einiger Zeit ein solches Gerät zu finden – wie auch in den Sparkassenfilialen in Osterwick und Holtwick. Die Gemeinde Rosendahl hat diese Geräte angeschafft.

In der Einführung macht Werner Bertels immer wieder deutlich, dass bei einem Herzstillstand jede Sekunde zähle. In Deutschland gebe es pro Tag rund 200 Wiederbelebungen. Die häufigste Ursache eines Kreislaufstillstandes sei darauf zurückzuführen, dass das Herz nicht mehr richtig arbeite, wie zum Beispiel bei einem Herzinfarkt. „Bis zu 10 000 Menschen könnten bei rechtzeitiger Hilfe überleben“, so Bertels. „Also handeln, man kann nichts verkehrt machen“, lautet auch der dringende Appell des Arztes Alexander Sicking.

Das ist auch für Antonius Jahn die Motivation, an der Schulung teilzunehmen. „Wenn ich informiert bin, kann ich die Angst bekämpfen, etwas falsch zu machen. Ich weiß jetzt, wie die Herzdruckmassage und der Defibrillator funktionieren.“

Auch DRK-Vorsitzender Dirk Reers beteiligt sich am Übungsprogramm. Alle Schulungsteilnehmer orientieren sich an der Präsentation durch die DRK-Mitglieder Timo Wensing und Sebastian Böwing, die den Teilnehmern die Angst vor der Technik nehmen.

Maria und Dorothee Froning haben einen ganz besonderen, persönlichen Grund, an der Schulung teilzunehmen. Anfang Dezember 2014 habe der Defibrillator der Familie Voss dem Sohn beziehungsweise Bruder der beiden das Leben gerettet. „Heute geht es meinem Bruder wieder gut“, freut sich Dorothee Froning.

Auch Ingrid Kelliger haben ganz persönliche Erfahrungen bewegt, den Einsatz des Gerätes zu erlernen. „Mein Vater hatte zwei Mal einen Herzstillstand. Damals hätte ich mir gewünscht, einen Defibrillator einsetzen zu können.“

Die Kursteilnehmer machen sich an diesem Abend auch gemeinsam auf den Weg zur Sparkasse, um im Vorraum den Defibrillator (AED) anzusehen, der unter einer gläsernen Kuppeln verborgen ist. Alle testen, ob sie das Gerät im Notfall entnehmen können.

Mit den drei Geräten in den Sparkassenfilialen, die die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, ist Rosendahl nun sehr gut ausgestattet.

Dank der Unterstützung des Grafen Droste zu Vischering, Erbdroste, seien die First Responder mit drei neuen AEDs ausgestattet worden, auch die Feuerwehr verfüge über Defibrillatoren, wie Werner Bertels mitteilt.

Zudem hängt neuerdings am Sportplatz in Darfeld ein solches Gerät. Die zusätzlichen AEDs in den Sparkassen-Filialen seien eine hervorragende Ergänzung in der Rettungskette. „Dank der First Responder sind wir in Darfeld und Osterwick ohnehin teilweise nach nur zwei bis drei Minuten am Einsatzort“, erklärt Bertels. „Wir sind hier sehr gut aufgestellt.“

Von Manuela Reher

Pressebericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 02.09.2015

4. September 2015 12:58 Uhr. Alter: 2 Jahre