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„Es wird mir nicht langweilig“

Landrat Konrad Püning wird heute verabschiedet.

Seppenrade

 

Die meisten seiner ehemaligen Schulkameraden sind schon seit vielen Jahre in Rente. Landrat Konrad Püning geht am heutigen Dienstag erst mit 68 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Nach 20 Jahren als Mitglied des Kreistags, davon 17 Jahre als Fraktionsvorsitzender der CDU, und elf Jahre als Landrat. Wie wird der Tagesablauf in Zukunft aussehen, wenn nicht mehr Sitzungen und weitere wichtige Pflichttermine eines Landrates den Alltag bestimmen werden. Dazu stand Konrad Püning der WN-Redaktion Rede und Antwort.

„Auch wenn ich Aufgaben behalten werde, stehe ich in Zukunft nicht mehr um sechs, sondern um sieben Uhr auf. Die halbe Stunde auf dem Trimmrad bleibt bestehen. Vielleicht gehe ich wieder regelmäßiger in Lüdinghausen schwimmen“, sagte Püning. Die Kontakte zu vielen Menschen und Institutionen, die er tagtäglich hatte, werde er aus seiner Zeit als Landrat vermissen. „Als Landrat konnte ich Vieles gestalten und mitwirken, auch wenn es mit hoher Verantwortung verbunden war. Ich war quasi 24 Stunden im Dienst. So war ich darauf eingestellt, dass besondere Situationen jederzeit Entscheidungen, zum Beispiel zur Gefahrenabwehr oder bei der Polizei, erfordern könnten.“ Nun sei er Herr über seine Freizeit, könne mit seiner Frau Angelika spontan verreisen, oder mit Freunden und Bekannten Radtouren unternehmen. Das sei in den letzten elf Jahren außerhalb der Ferien nicht planbar gewesen.

Im Sommer will er wieder häufiger Tennis spielen und nicht nur zwei Mal im Jahr seinem Team beim TC 77 in der Meisterrunde helfen. Samstags geht er bei der „Altjugend“ des SV Fortuna seinem Hobby Fußball nach. Beim Stammtisch mit seinen Freunden oder beim Rotary-Club werde er sich nun häufiger sehen lassen können. „Ich habe keine Sorge, dass es mir langweilig wird. Bei der Haus- und Gartenarbeit werde ich meine Frau entlasten. Auch meine Enkelkinder dürfen sich freuen, ihren Opa häufiger zu sehen“, so Püning.

„Natürlich werde ich in einigen Bereichen weiter ehrenamtlich tätig sein. So als Präsident des DRK-Kreisverbandes. Neben dem Rettungsdienst ist die Betreuung der Flüchtlinge in den Erstaufnahmen ein großes Rad, das da gedreht wird. Acht Einrichtungen mit über 1000 Plätzen werden vom Kreisverband betreut, 160 neue Mitarbeiter wurden dafür eingestellt. Der Vorstand, die Geschäftsstelle und viele ehrenamtliche Helfer leisten hervorragende Arbeit. Schon in der kommenden Woche werde ich mit einigen Präsidiumsmitgliedern alle Einrichtungen aufsuchen. Auch möchte ich alle Ortsvereine im Kreis besuchen, was zeitlich bisher nicht möglich war. Weiter bleibe ich im Stiftungsrat der Marianne-von-Weizsäcker-Stiftung am Berufskolleg. Zwar werden viele der rund 40 Posten, die ich Kraft meines Amtes als Landrat innehatte, mit der Aufgabe des Amtes hinfällig und von meinem Nachfolger übernommen, doch gibt es einige Ausnahmen. So bleibe ich Mitglied der CDU-Fraktion in der Landschaftsversammlung, wo ich in einigen Ausschüssen und stellvertretender Fraktionsvorsitzender bin, und weiter als sachkundiges Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Westmünsterland“, sagte Konrad Püning, der sich auch künftig politisch im CDU-Ortsverein und -Stadtverband einbringen möchte. „Aber nicht im Vorstand, eher in der Senioren-Union“, meinte er mit Blick auf sein Alter lächelnd.

Von Michael Beer

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 20.10.2015

22. Oktober 2015 22:34 Uhr. Alter: 2 Jahre