Sie sind hier: Aktuelles » 

Spendenkonto:
SparkasseWestmünsterland
IBAN: DE06401545300000002857
BIC: WELADE 3W XXX

Lebendige Geschichten aus dem Kopf

Märchenonkel in Kita Bügelkamp.

Ascherberg

 

Hans Arand fesselt die Kita-Kinder mit seinen bloßen Erzählungen. Auch im Digitalzeitalter fasziniert der Märchenonkel noch mit seinen Gesichten, die er aus dem Kopf vorträgt.

Hans Arand sitzt am Tisch und wartet. Die blauen Augen wandern hin und her, ein Lächeln umspielt seine Lippen. Fröhliches Kinderlachen ertönt von gegenüber. Das Lächeln auf dem Gesicht von Hans Arand wird breiter. Ein wenig Zeit hat der alte Herr noch, bis er in Aktion tritt. „Gleich um halb zehn geht es los“, sagt er. Alle zwei Wochen mittwochs ist er zu Gast im DRK-Kindergarten am Bügelkamp. Seine Mission: Märchenerzähler oder Leseonkel.

„Auf keinen Fall Opa“, sagt er und lacht. Und das obwohl er schon 85 Jahre alt ist und erst vorige Woche einen Herzschrittmacher bekommen hat. „Aber heute bin ich wieder hier“. Wie immer alle 14 Tage mittwochs. Seit nunmehr fünf Jahren. Solange schon erfreut er „seine“ Kinder mit Märchen. „Ich lese sie aber nicht vor, ich erzähle sie, aus dem Kopf“, macht er deutlich.

Ein Buch hat er deshalb auch gar nicht erst im Gepäck. Er bringt nur sich selber mit. Das reicht. Am Mittwoch erzählt er den Kindern das Märchen über die Lebkuchen von Hänsel und Gretel. „Es gibt die Gruselmärchen von den Gebrüdern Grimm, die machen oft Angst, aber zu jedem Märchen gibt es auch das Pendant, die gute Variante“, sagt der Märchenonkel, der übrigens immer aus Nordkirchen anreist. „So wird beispielsweise aus dem Wolf und den sieben Geislein die Mama mit den sieben Kindern.“

Seine Märchen erzählt er anschaulich in passendem Ambiente. Der Märchenraum ist entsprechend hergerichtet. Am Mittwoch hat Hans Arand Lebkuchen dabei. Er würzt sein Märchen mit einer süßen Note. Den drei bis fünf Jahre alten Kindern gefällt es. Hans Arand mag seine Aufgabe im Kindergarten. „Es ist ein Geschenk, für die Kinder Märchen erzählen zu dürfen. Alleine das Kinderlachen . . .“ – der 85-Jährige wird unterbrochen.

Die kleine Luna begrüßt ihn fröhlich mit bunt bemaltem Gesicht. Auch Finn und Anton streben Richtung Märchenraum. Hans Arand verrät noch, warum er gerade die Rolle des Leseonkels so sehr liebt: „Kinder hören und gucken zu, sie sind richtig spannend und da macht das Erzählen Spaß, denn man bekommt soviel von ihnen zurück.“

Dann hat er es eilig. Schnell huscht er in den Raum. Das Licht geht aus, die Tür klappt zu. Bei Kerzenschein tauchen die Kinder ein in die Welt der Märchen, die ihnen Hans Arand auf so unterhaltsame Weise erzählt.

Von Tina Nitsche

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 01.10.2015

2. Oktober 2015 13:30 Uhr. Alter: 2 Jahre