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Neue Heimat für 67 Flüchtlinge

THW richtet Räume im Josefshaus her.

Seppenrade

 

Das Josefshaus in Seppenrade wird ab dem 1. Dezember – zumindest auf Zeit – die neue Heimat für 67 minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern in Deutschland um Asyl bitten. THW-Helfer richteten am Montagabend die Räumlichkeiten her.

„Ich bin schwer beeindruckt von ihrem Einsatz“, sagte Dr. Ansgar Scheipers, Fachbereichsleiter des Kreises Coesfeld, als er sich, zusammen mit seinen Kollegen Gregor Twilling (Gebäudemanagement), Johannes Eichholz (Verbindungsmann des Kreises zu den Einsatzeinheiten), sowie DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann am Montagabend einen Eindruck vom Fortschritt der Arbeiten im St.-Josefshaus machte. Dort war das THW Lüdinghausen gerade beim Aufbau der Betten. Am 1. Dezember werden 67 jugendliche Flüchtlinge dort in der kompletten oberen und einem kleinen Teil der mittleren Etage eine neue Bleibe finden.

Sie waren erstaunt, wie schnell und professionell die über 20 freiwilligen Helfer des THW die Unterkünfte für die unbegleiteten Minderjährigen herrichteten. Zum Glück für die Helfer, dass der Zusammenbau der Betten, die Johannes Eichholz von der Bezirksregierung erstanden hatte, wesentlich einfacher zu bewerkstelligen war als die Betten, die von der Seppenrader Feuerwehr vor einigen Wochen in der Notunterkunft in der Dorfbauerschaft gebaut werden mussten. Die Ordensschwester des Hauses hatten zur Stärkung sogar Schnittchen für die große Helferschar zubereitet. „Bisher hatten wir mit dem DRK und der Feuerwehr schon Hilfsorganisationen im Einsatz, nur das THW fehlte noch“, sagte Johannes Eichholz.

Im Josefshaus werden die Flüchtlinge sehr saubere und ansprechende Räume vorfinden. „Die Standards, die uns nach § 8a SGB VIII (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, d. Red.)) im Umgang mit jungen Flüchtlingen gestellt werden, sind sehr hoch“, sagte Ansgar Scheipers. Denn die jungen Flüchtlinge dürfen nicht in Notunterkünften untergebracht werden, sondern müssen in die Obhut der Jugendämter.

Im alten Waschhaus, wo im Dachgeschoss schon länger Flüchtlinge leben, werden ein Speise- und ein Aufenthaltsraum eingerichtet. Die Umbauarbeiten sind im vollen Gange. Die Mahlzeiten werden von dem Caterer geliefert, der auch die Notunterkunft mit Essen versorgt. „Die Bewohner werden rund um die Uhr betreut. Neben einer pädagogischen Fachkraft und dem Sicherheitsdienst werden vier Mitarbeiter der Kreisverwaltung Büros im Josefshaus beziehen, wo sie neben den Flüchtlingen im Haus aber auch für die Betreuung weiterer Flüchtlinge im Südkreis zuständig sein werden“, sagte Gregor Twilling.

Das Deutsche Rote Kreuz wird mit acht bis zehn Mitarbeitern in der Einrichtung vertreten sein, die von den drei Jugendämtern des Kreises Coesfeld, sowie den Städten Dülmen und Coesfeld und dem DRK-Kreisverband betrieben wird. „Wir suchen noch dringend nach einer Hauswirtschafterin als Vollzeitkraft für den Tagesbetrieb“, sagte Christoph Schlütermann, der dabei betonte, dass von den vielen ehrenamtlichen Helfern bereits über 7500 Stunden für die Arbeit mit den Flüchtlingen geleistet wurden.

„Wir sind zufrieden, dass wir den jungen Flüchtlingen helfen können, indem wir freien Raum zur Verfügung stellen. Wir haben ja schon vor wenigen Wochen einige bei uns aufgenommen“, sagte Oberin Schwester Irmgard, die mit ihren 25 Mitschwestern im Josefshaus die erste Etage bewohnt.

Die Bürger von Seppenrade werden am kommenden Montag (30. November) um 19 Uhr im Heimathaus über das Vorhaben im St.-Josefshaus näher über die Unterbringung informiert.

Von Michael Beer

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 25.11.2015

26. November 2015 17:04 Uhr. Alter: 3 Jahre