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„Drücken, bis der Arzt kommt“.

Achtklässler des Canisianums absolvieren Erste-Hilfe-Kursus.

Lüdinghausen

 

Was muss ich tun, wenn etwa ein älterer Mann auf der Treppe plötzlich Atemnot bekommt?“ Diese Frage stellte David Stieneker der Gruppe Achtklässler in seinem Erste-Hilfe-Kursus am Gymnasium Canisianum.

Die spontane Antwort eines Schülers lautete: „Den Treppenlift benutzen.“ Ein zwar origineller Lösungsvorschlag, aber dennoch nicht die erhoffte Antwort, befand der DRK-Rettungsassistent vom Kreisverband Coesfeld, der den Schülern der achten Jahrgangsstufe derzeit gemeinsam mit drei DRK-Mitstreitern die Grundlagen der ersten Hilfe vermittelt.

Der Mann sollte sich erst einmal auf eine Stufe setzen, man sollte beruhigend auf ihn einreden und vielleicht Atemübungen mit ihm machen, gab Lieneker den Jugendlichen praktische Tipps. „Auf keinen Fall sollte man den Mann sich hinlegen lassen. Dann wird es mit der Atemnot nur schlimmer“, so der Experte. Zwei Tage werden die Cani-Schüler intensiv geschult, erklärte DRK-Helfer Rüdiger Goltz das Programm. „Da bleibt was hängen“, ist er sicher. Es gehe um Tipps bei kleineren und großen Unfällen, um das Verhalten in Katastrophensituationen, aber auch um Wundversorgung oder das Üben der stabilen Seitenlage.

Gerade hier war richtige Koordination gefragt, wie sich bei der praktischen Übung zeigte. Vor allem, als es dabei auch um richtige Anwendung der Rettungsdecke ging. Da hatten die DRK-Helfer Ulrike und Ralf Popp jede Menge zu tun, damit diese Übung „unfallfrei“ über die Bühne ging.

„Ich denke für später bringt das was“, bewertete Jan Kröger den Kursus positiv. Gut sei, dass der abschließende Schein vom DRK auch für die Führerscheinprüfung anerkannt werde. Sophia Röckmann hielt das Übungsprogramm für „sinnvoll, denn es kann ja immer mal etwas passieren“. „Ich hätte nicht gedacht, dass die stabile Seitenlage so wichtig ist, dass sie sogar Leben retten kann“, sagte Eric Stöcker.

Geübt wurden auch lebensrettende Maßnahmen wie die Wiederbelebung. Der Tipp von Rettungsassistent David Stieneker war da eindeutig: „Drücken, bis der Arzt kommt – und den Notruf 112 wählen.“

Schwerpunkt des zweitägigen Kurses sei in jedem Fall die Praxis, betonte Cani-Lehrerin Sigrid Dorprigter, die den Erste-Hilfe-Lehrgang koordiniert. „Der Kursus am Cani gehört seit 2006 zum Schulprogramm“, sagte sie. Die Schule habe damit gute Erfahrungen gemacht. Zudem werde so bei einigen Schülern das Interesse zur Mitarbeit im Schulsanitätsdienst geweckt.

Von Peter Werth

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 28.05.2015

29. Mai 2015 12:29 Uhr. Alter: 3 Jahre