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Flüchtlinge im Alltag unterstützen.

Bürgermeister und Flüchtlingsinitiative begrüßen Kai Reinelt als hauptamtliche Betreuungskraft.

Coesfeld

 

Vor vier Tagen hat Kai Reinelt (36) aus Billerbeck seine neue Stelle als hauptamtliche Betreuungskraft beim DRK-Kreisverband Coesfeld angetreten. Der Diplom-Sozialarbeiter, der bisher vorwiegend in der Jugendhilfe tätig gewesen ist, hat auch schon Schnittpunkte mit dem Thema Migration erfahren. „Ich freue mich auf vielfältige Aufgaben“, betont der 36-Jährige.

Und auch die Kooperation mit der Flüchtlingsinitiative Coesfeld liege ihm am Herzen. Diese hat ihn gestern ganz spontan eingeladen, Besuche in Flüchtlingsunterkünften zu begleiten.

Die halbe hauptamtliche Stelle für die soziale Betreuung von Flüchtlingen ist beim DRK-Kreisverband angesiedelt. Die Stadt Coesfeld gibt dafür einen Personal- und Sachkostenzuschuss. Die halbe Personalstelle ist zunächst bis Ende 2016 befristet. Stadtrat und Stadtverwaltung wollen flexibel auf weitere Entwicklungen reagieren, teilt Bürgermeister Heinz Öhmann mit. Schließlich seien die Flüchtlingszahlen ständigen Änderungen unterworfen. Seit 2013 ist die Zahl der in Coesfeld betreuten Flüchtlinge von 60 auf 185 gestiegen. 95 Prozent kommen vom westlichen Balkan, wie Bernd Lippe (Flüchtlingsinitiative) erläutert.

Christoph Schlütermann (Vorstand des DRK-Kreisverbandes) freut sich über die neue Stelle, mit der die Stadt Coesfeld eine Vorreiterrolle einnehme. Gemeinsam mit der kürzlich eingerichteten regionalen Flüchtlingsberatung und dem personell ebenfalls verstärkten Migrationsdienst entstehe beim DRK ein „kleines Kompetenzzentrum“ für Flüchtlinge und Migranten in Coesfeld, das wirksame Hilfe leisten könne. Christoph Schlütermann: „Wir legen großen Wert auf Zusammenarbeit und Kooperation.“ Bernd Kasischke, Fachbereichsleiter Soziales und Wohnen der Stadt Coesfeld, lobt die Möglichkeit, dass man auf die Infrastruktur des DRK zurückgreifen könne. Für die Zukunft sei eine Rufbereitschaft rund um die Uhr mit einer zentralen Telefonnummer geplant.

Bürgermeister Heinz Öhmann freut sich: „Das DRK ist prädestiniert für die Sozialberatung von Flüchtlingen. Wir wollen diesen Menschen helfen. Das kann nicht nur der Staat oder die Kommune machen.“ Daher sei er dem DRK-Kreisverband sehr dankbar für die Übernahme der Aufgabe. Die Vernetzung von Ehrenamt und Hauptamt sei ebenfalls sehr wichtig, sagt Öhmann im Blick auf das Engagement der Flüchtlingsinitiative. „Wir freuen uns sehr über die hauptamtliche Unterstützung“, betont Gerburg Schwering (Flüchtlingsinitiative). Gemeinsam mit Bernd Lippe spricht sie gleich ein heißes Thema an. Viele Flüchtlinge würden sich wünschen, einer Arbeit nachgehen zu können. Ehrenamtlich sei dies bereits gelungen – zum Beispiel in Sportvereinen, die sehr offen seien, oder bei Müllsammelaktionen. Lippe: „Viele Flüchtlinge haben in qualifizierten Berufen gearbeitet. Das Land darf diese Chancen nicht vergeben.“

Von Manuela Reher

Pressebericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 03.06.2015

7. Juni 2015 18:12 Uhr. Alter: 3 Jahre