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„Danke Schwester“

50 jugendliche Flüchtlinge wohnen jetzt im Josefshaus.

Seppenrade

 

50 jugendliche Flüchtlinge wohnen seit Mittwoch im Josefshaus. Die Franziskaner-Schwestern bieten den 15-bis 17-Jährigen, die ohne ihre Eltern aus ihrer Heimat geflohen sind, Unterkunft. Mit großem Hallo wurden sie willkommen geheißen.

Dutzendfaches Händeschütteln, freundliches Winken, lachende Gesichter – die 50 jugendlichen Flüchtlinge, die am Mittwoch am Josefshaus aus dem Bus stiegen, wurden freundlich willkommen geheißen von den Franziskaner-Schwestern, die ihnen in der nächsten Zeit Unterkunft gewähren. Per Bus kamen sie aus Coesfeld, begleitet von Vertretern des Kreisjugendamtes und des DRK. Die 15- bis 17-jährigen jungen Männer aus Afghanistan, Syrien und dem Irak werden die kommenden Wochen – oder auch Monate – in einem Trakt des Klosters wohnen.

Dort stehen ihnen Drei- und Vierbettzimmer zur Verfügung. „Hotel, Hotel“ riefen einige der Jugendlichen, als sie ihre Unterkünfte in Besitz nahmen. Fröhlich lachend schleppten sie ihre wenigen Habseligkeiten in Plastiktüten, Rucksäcken oder kleinen Koffern in die zweite Etage des Gebäudes. Schnell waren alle Zimmer verteilt, und die ersten probierten schon einmal die Duschen aus.

Doch bevor es dorthin ging, wurden die Jugendlichen im ehemaligen Waschhaus, das von ihnen künftig als Gemeinschaftsraum und zur Einnahme der Mahlzeiten genutzt wird, empfangen. Siavash Armin, iranischer Medizinstudent aus Münster, der dem DRK als Dolmetscher dient, wies die Ankömmlinge auf Farsi und Arabisch in ihre neue Umgebung ein. Dabei stellte er auch Schwester Irmgard, die Leiterin der Franziskanerinnen in Seppenrade, vor. Diese versicherte, dass sich die Schwestern sehr auf ihre neuen Mitbewohner freuten. „Wir werden gut zusammenhallten“, versicherte sie. Im vielstimmigen Chor antworteten ihr die jungen Flüchtlinge: „Danke Schwester.“

„Heute beginnt ein neues Leben für euch“, erklärte Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes, der die Federführung für die Betreuung der Jugendlichen übernommen hat. Im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten betonte er, dass die Jugendlichen mit großen Hoffnungen gekommen seien. „Das sind Menschen, die haben nur eine Jugend, und sie wollen lernen.“ Deshalb werde man sich schon bald an die Schulen in Lüdinghausen und Umgebung wenden, um ihnen diese Möglichkeit zu geben. So erklärte der 16-jährige Hamid, der sich ganz allein auf die Flucht aus Afghanistan begeben hat, er wolle schnellstmöglich wieder lernen. „Ich will Arzt werden.“ Und der gleichaltrige Nureddin schilderte seine zweimonatige Flucht aus seiner Heimat unter anderem über Pakistan, den Iran, die Türkei bis nach Deutschland: „Ich war alleine unterwegs.“

Einrichtungsleiterin und Sozialpädagogin Birgit Poschmann sagte, dass die Betreuung der Jugendlichen Fachkräfte des Kreises, des DRK sowie des Kinderwohnheims Dülmen und des Sozialwerks St.-Georg übernehmen. Mittelfristig sollen für sie Pflegefamilien oder Wohngruppen gefunden werden.

Von Peter Werth

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 09.12.2015

10. Dezember 2015 20:05 Uhr. Alter: 2 Jahre