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„Liebenswürdige, aufgeschlossene Menschen“

Jugendliche Flüchtlinge im Josefs-Haus.

Seppenrade

 

„Aus der Klosteranlage ist eine moderne WG geworden“, beschrieb Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Coesfeld, die Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen im St.-Josefs-Haus in Seppenrade. Dort sollen im Verlauf dieses Monats 67 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine – zumindest vorübergehende – neue Heimat finden.

Die Räumlichkeiten haben die Franziskanerinnen von St. Mauritz in Münster bereit gestellt.

Am Montagabend wurden die Seppenrader im Heimathaus über die Unterbringung und Betreuung der 15- bis 17-jährigen Flüchtlinge informiert. Dafür standen neben Schlütermann, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Lüdinghausens Bürgermeister Richard Borgmann auch Detlef Schütt, Fachbereichsleiter Soziales beim Kreis Coesfeld, der Beigeordnete Matthias Kortendieck und Vertreter der Jugendämter Dülmen, Coesfeld und des Kreises Rede und Antwort.

Bislang seien die Jugendlichen in einer Unterkunft in Coesfeld untergebracht gewesen. Das allerdings sei nur eine Übergangslösung gewesen, erläuterte Landrat Schulze Pellengahr die Ausgangssituation. Auch der Aufenthalt in Seppenrade sei für die Jugendlichen nur eine „Brückenlösung“, bis sie etwa in Einrichtungen der Erziehungshilfe oder Pflegefamilien vermittelt werden könnten. Rein rechtlich dürften die Minderjährigen nicht in den üblichen Erstaufnahmelagern verbleiben.

Die Betreuung der jungen Flüchtlinge übernimmt einmal mehr das DRK. Und das, so Christoph Schlütermann, stelle sich der „neuen Herausforderung“ gerne. „Wir fragen nicht nach Herkunft, Religion oder Hautfarbe, die Jugendlichen brauchen unseren Schutz“, sagte er. Die Bedingungen im St.-Josefs-Haus seien „wunderbar“. Dabei strich er auch die professionelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Jugendlichen durch ausgebildete pädagogische Kräfte heraus. Die Jugendlichen bezeichnete er als „liebenswürdige, aufgeschlossene Menschen“. Sie seien überaus wissbegierig. „Die wollen hier Fuß fassen.“ Die ausschließlich männlichen Jugendlichen kommen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Die Unterkunft werde ein „offenes Haus“ sein. Die Jugendlichen sollten das Leben im Rosendorf kennenlernen, Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen.

Auf die Frage, wie lange die Jugendlichen denn in Seppenrade blieben und ob es bei der gemeldeten Zahl von 67 bleiben werde, wusste niemand eine verbindliche Antwort zu geben. Ob aus den angepeilten vier Wochen auch mehr werden könnte, sei nicht abzusehen, sagte Schlütermann. Und Bürgermeister Richard Borgmann ergänzte. „Wir wissen nicht, was morgen ist. Wir sind fremdbestimmt.“

Von Peter Werth

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 02.12.2015

4. Dezember 2015 17:57 Uhr. Alter: 2 Jahre