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„Ohne die vielen Helfer wäre das nicht zu stemmen“.

Besuch in der Notunterkunft Nottuln.

Nottuln

 

Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling hat die Notunterkunft in der früheren Geschwister-Scholl-Hauptschule besucht.

Seit gut zwei Wochen dient die ehemalige Geschwister-Scholl-Hauptschule in Nottuln als Notunterkunft für rund 150 Flüchtlinge. In kürzester Zeit haben Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der Gemeinde Nottuln und ehrenamtliche Helfer aus Nottuln hier Wohnraum geschaffen. In den letzten Wochen sind so bisher vier solcher Einrichtungen im Kreis Coesfeld entstanden. „Wir müssen einfach improvisieren und uns immer wieder neue Möglichkeiten überlegen“, erklärte Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Coesfeld, anlässlich eines Besuches des Nottulner Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling in der Notunterkunft.

Viele Helfer arbeiten derzeit täglich in der alten Hauptschule in Nottuln, geben Essen aus, kümmern sich um die Menschen vor Ort, sortieren Sachspenden und packen dort an, wo gerade Hilfe benötigt wird. Eine ehrenamtliche Helferin wollte eigentlich nur Kleiderspenden in der ehemaligen Schule abgeben. „Mich hat die Situation nicht mehr losgelassen. Ich wollte einfach mehr tun.“ Jetzt ist sie seit einer Woche täglich hier und hilft, wo sie kann.

„Das Engagement ist enorm. Das ist gut so und wichtig, denn ohne die vielen Helfer wäre das alles nicht zu stemmen“, betonte Karl Schiewerling, der in den vergangenen Wochen bereits mehrere Einrichtungen besucht hat und zudem im Frühjahr dieses Jahres in ein Flüchtlingslager im Nordirak gereist war. „Was die Menschen durchgemacht haben, kann man sich gar nicht vorstellen. Viele sind schwer traumatisiert und wissen keinen anderen Ausweg als die Flucht. Diesen Menschen müssen wir helfen“, so der Abgeordnete.

In einer Pressemitteilung macht Schiewerling auch deutlich, dass die Asylverfahren nun beschleunigt werden müssen, um Menschen aus sicheren Heimatländern zügig wieder zurückzuschicken. „Wir müssen denen helfen, deren Leben in ihren Heimatländern bedroht ist. Den Menschen, die von Krieg, politischer oder religiöser Verfolgung betroffen sind.“

Der Bund habe den Ländern für dieses Jahr 1,5 Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. Zudem habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 1000 zusätzliche Stellen geschaffen. 1000 weitere Stellen sollen im nächsten Jahr dazukommen. Schiewerling: „Der Bund tut viel für die Flüchtlingshilfe. Jetzt geht es darum, dass Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten.“

„Unsere Flüchtlingsunterkünfte hier im Kreis Coesfeld leiden momentan unter der schlechten Koordination der beiden völlig überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund und Bielefeld. Teilweise kommen die Flüchtlinge von dort ohne Papiere und Gesundheitscheck zu uns“, machte DRK-Vorstand Schlütermann deutlich. Außerdem gebe es unterschiedliche und manchmal sogar gar keine Ansprechpartner für bestimmte Bereiche. Die Kommunen müssten hohe Geldbeträge vorfinanzieren und auch die Aufgabenverteilung sei oft unklar. „Hier müssen klare Absprachen und eine bessere Kommunikation stattfinden“, forderte Karl Schiewerling.

Dass Koordination auch in dieser Ausnahmesituation funktionieren kann, davon konnte sich der Bundestagsabgeordnete vergangene Woche in Bayern überzeugen. „Da weiß eine Hand, was die andere tut. Es existiert dort ein Konzept, das systematisch umgesetzt wird.“ Land und Kommunen arbeiteten eng zusammen. Das müsse auch in NRW stärker angegangen werden, mahnte Schiewerling. „Ich werde mich intensiv dafür einsetzen, dass die Kommunen stärker unterstützt werden.“

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 27.08.2015

30. August 2015 18:16 Uhr. Alter: 2 Jahre