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„Wir haben es mit Gästen zu tun“

Notunterkunft.

Nottuln

 

Kinder der Offenen Ganztagsschule des Vereins Pippi Langstrumpf haben Türschilder für die Notunterkunft gemalt. Diese Schilder sollen den Flüchtlingen die Orientierung erleichtern.>

Die Kinder aus der Offenen Ganztagsschule des Betreuungsvereins Pippi Langstrumpf haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Freudig recken sie ihre frisch gemalten Bilder mit den schönen Motiven in die Höhe: eine blaue Blume, ein Regenbogen, Sterne mit lachenden Gesichtern, ein Apfel, ein bunter Ball . . . Die Bilder der Kinder finden nun Verwendung als „Türschilder“ an den Klassenräumen in der früheren Geschwister-Scholl-Hauptschule, die als Notunterkunft für Menschen aus Krisengebieten hergerichtet wurde. „So können sich alle Gäste, speziell auch Kinder, sehr gut an den Symbolen orientieren, wenn ihre Familie zum Beispiel im Raum mit dem Ball wohnt“, erläutert Ingrid Stange, Geschäftsführerin vom Verein Pippi Langstrumpf.

Ingrid Stange ist nicht die einzige, die von Gästen spricht. Auch für Bürgermeister Peter Amadeus Schneider sind die Flüchtlinge Gäste in der Gemeinde Nottuln. Am Mittwoch ist eine erste Gruppe von 50 Menschen in Nottuln eingetroffen. „Soweit man das zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann, kommen die Menschen ausnahmslos aus aktuellen Krisenländern wie Syrien und Somalia“, schilderte der Bürgermeister.

Die Aufnahme der ersten 50 Flüchtlinge wertete Schneider als gelungene Generalprobe für die Ankunft der zweiten Gruppe, die heute erwartet wird. Dass die Gemeinde wider Erwarten doch einige Tage mehr für die Vorbereitungen hatte, habe sich sehr positiv auf die Organisation ausgewirkt. Am Mittwoch sei das Aufnahmeverfahren in großer Ruhe abgelaufen, betonte der Bürgermeister.

Ein Team von Ärzten aus Nottuln habe sich um die medizinische Erstuntersuchung der Gäste gekümmert. Diese Ärzte stehen auch weiterhin bereit, berichtete Schneider weiter. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung nahmen die formelle Registrierung der Neuankömmlinge vor. Eine Aufgabe, die ab heute das DRK übernehmen wird. Und ehrenamtliche Helfer betreuten am Mittwoch die Essensausgabe und sind nun dabei, die Gäste nach und nach zur Kleiderkammer der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde zu begleiten, damit dort der persönliche Kleidungsbedarf gedeckt werden kann.

Vom Ausmaß der ehrenamtlichen Hilfe wie auch von der professionellen Arbeit des DRK-Kreisverbandes, der die Notunterkunft betreut, ist der Bürgermeister tief beeindruckt. Das hatte er auch am Dienstagabend den Politikern im Haupt- und Finanzausschuss mitgeteilt. Es gebe einen Kreis von derzeit rund 60 Bürgerinnen und Bürgern, die bei der Betreuung helfen wollen. Und auch den eigenen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung sprach Schneider ein großes Lob aus und dankte für den außergewöhnlichen Einsatz.

Gegenüber der Politik machte der Bürgermeister deutlich: „Wir haben es hier mit Gästen zu tun, die keine Beschränkung im Ort haben.“ Soll heißen: Natürlich können die Flüchtlinge die Notunterkunft verlassen und im Ort spazieren gehen, um einen ersten Eindruck von der für sie neuen Umgebung zu gewinnen.

Von Ludger Warnke

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 20.08.2015

22. August 2015 16:43 Uhr. Alter: 2 Jahre