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Maria Kranz stürzte zwei Mal in ihrer Wohnung und nutzt jetzt den Hausnotruf

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 16.03.2014

Lüdinghausen
 

Rettung mit nur einem Knopfdruck.

Der Hausnotrufknopf ist rot und unscheinbar. Aber er kann Menschen aus Notsituationen befreien helfen, ja sogar Leben retten. Die bald 90-jährige Maria Kranz ist an dieses vom DRK angebotene „Sicherheitsnetz“ angeschlossen.

Man sieht ihn nur, wenn Maria Kranz den Ärmel ihres Strickpullovers ein Stückchen hochzieht. Den roten Knopf an ihrem Handgelenk. Ein bisschen wie ein Modeschmuckarmband wirkt er – ein ungewöhnliches, zugegeben. Aber hübsch aussehen soll er auch gar nicht. Er kann dafür etwas ganz anderes, er kann Leben retten. Zwei Mal ist die Seniorin, die im April ihren 90. Geburtstag feiert, im vergangenen Jahr in ihrer Wohnung am Ostwall gestürzt. „Immer wenn ich abends von meiner Couch aufstehen und ins Bett gehen wollte“, erinnert sie sich. Beide Male schlägt sie mit dem Kopf auf, verliert das Bewusstsein, und als sie wieder zu sich kommt, liegt sie blutend auf dem Wohnzimmerteppich.

Beim ersten Mal rappelt sie sich auf, drückt ein Handtuch an die Platzwunde und läuft zu Fuß im Dunkeln zur Notaufnahme des St.-Marien-Hospitals. „Die ist ja zum Glück nicht weit weg“, erklärt sie mit entschuldigenden Lächeln. Den Rettungsdienst rufen? „Nein, da wären doch alle Nachbarn wach geworden.“

Beim zweiten Mal versucht sie dann doch die „112“ zu wählen. „Aber erst hab ich nicht die richtigen Tasten gedrückt und dann ist mir das Telefon auch noch aus der Hand gefallen. Danach funktionierte er nicht mehr“, schildert sie die brenzlige Situation. Und wieder macht sie sich allein, zu Fuß und verletzt auf den Weg zur Notaufnahme. „Da haben mir meine Geschwister gesagt, dass das so nicht weitergeht.“ Und so trägt Maria Kranz seit einem halben Jahr den roten Knopf an ihrem Handgelenk. Wenn sie den drückt, meldet sich über eine Station, die an ihrer Telefonleitung angeschlossen ist, ein Mitarbeiter des DRK-Hausnotrufs. Der sitzt zwar in Gladbeck, hat aber sofort auf seinem Bildschirm alle nötigen Informationen.

„Name, Alter, Adresse, verschriebene Medikamente, der zuständige Hausarzt und natürlich die nächsten Angehörigen oder Freunde, die im Notfall verständigt werden sollen“, zählt Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Coesfeld, auf. „Alle diese Daten werden natürlich vertraulich behandelt, und an unserer Zentrale sitzen nur qualifizierte Mitarbeiter, die die Lage auch fachlich fundiert und schnell einschätzen können.“

Die Erlebnisse von Maria Kranz sind für Schlütermann ganz typisch. „Fast immer muss erst etwas passieren, bevor man den Service des Hausnotrufs nutzt.“ 18,36 Euro kostet der DRK-Hausnotruf im Monat und wird – ab Pflegestufe eins – auch von den Kassen übernommen. Neben dem DRK gibt es noch weitere Anbieter in Lüdinghausen, wie der Malteser Hilfsdienst, die Caritas oder private Unternehmen.

Dass Maria Kranz ausgerechnet beim DRK gelandet ist, liegt wohl daran, dass sie selbst seit 50 Jahren Mitglied ist. Und dass sie bislang den Knopf noch nicht gedrückt hat, hat ebenfalls einen ganz einleuchtenden Grund. „Ich hab mir ein Trainingsgerät, so ein Rad ohne Räder, gekauft. Damit trainiere ich immer, bevor ich vom Sofa aufstehe. Seitdem bin ich nicht mehr umgefallen“, sagt sie stolz. Aber wenn es doch noch einmal passieren sollte, hat sie jetzt einen kleinen roten Knopf an ihrem Handgelenk und die Gewissheit, dass Hilfe kommt.

Von Beate Nießen

 

Weitere Informationen beim Opens internal link in new windowDRK-Kreisverband Coesfeld

16. März 2014 15:49 Uhr. Alter: 4 Jahre