Sie sind hier: Aktuelles » 

Spendenkonto:
SparkasseWestmünsterland
IBAN: DE06401545300000002857
BIC: WELADE 3W XXX

Defibrillatoren sind da

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 04.07.2014

Ascheberg
 

Ohne Scheu Leben retten.

Mit modernster Technik Leben retten: Vor der Tür des Bürgerforums im Rathaus Ascheberg ist gestern einer von vier gemeindlichen Defibrillatoren aufgehängt worden.

Vorher schulte Friedhelm Staar vom DRK Herbern eine Ratshausgruppe. Das beherzte Zugreifen mit dem Überwinden der eigenen Hemmschwelle ist fast genauso wichtig wie das Vorhandensein der Geräte. Deswegen wird Staar in den nächsten Wochen Gruppen und Vereine für den Einsatz des Defis kostenlos vorbereiten: „Eine kleine Spende für Gerätschaften ist willkommen.“

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus, Anne Dabbelt von der Bürgerstiftung Ascheberg - sie hat das Gerät im Rathaus finanziert -, Bezirksbeamter Michael Lücke und die Mitarbeiterinnen aus dem Rathaus schauten zu Beginn des Vortrages von Staar so, wie viele Menschen es tun werden - distanziert. Kann wirklich Jeder einem Infarktpatienten mit dem Gerät helfen? „Ja!“, sagt Staar und fügt an: „Mit dem Gerät kann man nichts falsch machen.“ Die skeptischen Mienen am Tisch hellen sich aber erst auf, als das Gerät begann, Anweisungen zu geben. Kaum ist es geöffnet, ist der Hinweis „Ruhe bewahren“ zu hören. Schritt für Schritt erklärt das Gerät selbst, was zu tun ist. Wenn der Ersthelfer etwas vergisst, erinnert das Defi ihn daran. Das Anlegen der Elektroden ist die wichtigste Aufgabe, die der Helfer zu leisten hat. „Es ist ein Einmalrasierer beigelegt, wenn die Brust zu stark behaart ist“, erklärte Staar eine notwendige Vorarbeit.

Sind die Elektroden erst einmal angebracht, regelt der Defibrillator den Umgang mit dem Patienten. Wenn sein Einsatz nötig ist, wird ein Schock empfohlen, so dass er ausgelöst werden kann. Es folgt ein Reanimieren durch Druck auf den Brustkorb. Ist ein weiterer Schock möglich und nötig, wird das Gerät es mitteilen. Lösen müsse man sich von Bildern aus Fernsehserien. „Der Körper wird auf dem Boden liegen bleiben. Er fliegt nicht hoch“, erklärte Staar einen Unterschied zwischen dem nüchternen Alltag und den dramatischen Fernsehbildern.

Vier Geräte hat die Gemeinde im ersten Schritt angeschafft. Je eins hängt im gemeinsamen Vorraum von Hallenbad und Sporthalle Herbern, im Regieraum der Sporthalle Nordkirchener Straße und in der Sporthalle Davensberg. Neben dem mutigen Zugreifen im Notfall bittet Staar um einen sorgsamen Umgang mit den Geräten: „Sie sind nicht zum Spielen gedacht.“

Friedhelm Staar wird die Geräte warten. Einen Ersatz für gebrauchte Elektroden hat der Ortsverein Herbern angeschafft. Sollte es Updates zur Software geben, wird er sie den Geräten über eine Infrarot-Schnittstelle aufspielen.

Von Theo Heitbaum

6. Juli 2014 01:52 Uhr. Alter: 4 Jahre