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Therapiehund im Familienzentrum

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 24.04.2014

Ascheberg
 

Lilly liebt das rote Kissen.

Ihren Lieblingsplatz hat Lilly längst ausgemacht, wenn sie in das DRK-Familienzentrum Bügelkamp kommt. Nur allzu gerne erobert sie das rote Kissen in der Ecke der Turnhalle, denn dort lässt es sich herrlich mit den Kindern kuscheln.

Ihren Lieblingsplatz hat Lilly längst ausgemacht, wenn sie in das DRK-Familienzentrum Bügelkamp kommt. Nur allzu gerne erobert sie das rote Kissen in der Ecke der Turnhalle, denn dort lässt es sich herrlich mit den Kindern kuscheln. Doch die siebenjährige Corgie-Mischlingshündin kommt nicht etwa nur deshalb einmal in der Woche in die Einrichtung. Auch nicht, um dort die ersten Schritte des Lebens zu lernen, schließlich ist sie ja schon älteren Semesters. Nein, Lilly ist als von Mayas Hundeschule ausgebildete Therapiehündin in ganz besonderer Mission unterwegs. Sie soll den Kindern die Angst nehmen. „Das ist das Hauptziel dieses Projektes“, erklärt Frauchen und Sozialpädagogin Heike Altenhövel. Gleichzeitig lernen die Kinder, dass sie Hunden mit Respekt begegnen sollen. Aber auch Gefahrensituationen im Alltag werden ihnen vermittelt. Beispielsweise, wenn ein fremder Hundplötzlich auf sie zuläuft. „Dann darf man nicht wegrennen“, gibt Ben stolz Gelerntes wieder. Er bildet mit Samira, Finn und Jan und einem weiteren Jungen die Gruppe, die in den Genuss von Lillys Besuch kommt. „Wir haben die Gruppe bewusst klein gehalten, heute fehlt sogar ein Kind“, erklärt Erzieherin Nina Keilinghaus. Lilly springt unterdessen über Finn, der sich gerade auf den Boden gelegt und ihr das Kommando „Spring“ zugerufen hat. Samira erzählt, dass Lilly auch Pfötchen geben kann. Die Kinder haben etliche Kommandos schon verinnerlicht. Der Arbeitstag von Lilly im Kindergarten ist abwechslungsreich. Aber ihr Einsatz wird belohnt, denn für alles was sie ordentlich ausführt, bekommt sie ein Leckerchen von den Kindern. Nachdem sie mit den vier Kindern auch noch den aufgebauten Parcours abgelaufen ist, nimmt sie brav auf der braunen Kiste im Stuhlkreis Platz. Ben streichelt die braune Hündin. Eine selbstverständliche Geste, die Heike Altenhövel freut. Überhaupt ist die Sozialpädagogin, die neben Lilly mit Labrador Jule noch über einen zweiten Therapiehund verfügt, mehr als zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Kindergarteneinsatzes. Für den hat sie bewusst Lilly ausgesucht. „Die ist klein, da fällt die Verwirklichung des Ziels mit so kleinen Kindern leichter.“ Obwohl die 14 Unterrichtseinheiten „Der Hund mein Freund“ – die übrigens nur dank einer 500 Euro Spende von Gelsenwasser ermöglicht wurden – noch nicht abgelaufen sind, kann Heike schon jetzt das Fazit ziehen: Ziel erreicht. „Wir haben ein Kind in unserer Gruppe, das völlig unsicher ist. Die Mutter hat uns nun allerdings ein Feedback gegeben, das zeigt, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Denn sie erzählte, dass ihr Junge richtig gehend aufgeblüht sei und mehr Selbstbewusstsein an den Tag legt, seit er mit Lilly arbeitet.“ Genau das sollte das Hundeprojekt im Kindergarten bewirken: Angstabbau und Stärken des Selbstbewusstseins. Viel Positives, was Heike mit ihrem kleinen Vierbeiner schon bewirkt hat. Für Lilly ist der 30-minütige Aufenthalt im Kindergarten anstrengend, logisch, dass sie sich da besonders auf die Kuscheleinheiten mit „ihren Kindern“ auf dem roten Kissen freut! Die sind genau wie die Abschiedsrunden zu einem festen Ritual zwischen der Hundedame und ihren neuen Freunden geworden.

Von Tina Nitsche

28. April 2014 17:24 Uhr. Alter: 4 Jahre