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DRK feiert Geburtstag und lädt alle ein

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 03.10.2013

Lüdinghausen / Seppenrade
 

Von Kriegsverwundeten bis Area 4.

Seit 1888 sind die Helfer des DRK in der Steverstadt zur Stelle, wenn Menschen in Not sind. Am diesem Wochenende wird das 125-jährige Bestehen gefeiert.

Als Henry Dunant 1862 das Buch „Eine Erinnerung an Solferino“ veröffentlichte, in dem er seine Eindrücke als Augenzeuge der Schlacht bei Solferino 1859 verarbeitete, konnte er nicht ahnen, dass bereits nur ein Jahr später aus seinen Vorschlägen und Visionen die größte Hilfsorganisation weltweit werden würde. Die 1864 verabschiedete Genfer Konvention basiert auf den Vorschlägen seines Buches. Seit 1876 trägt die Hilfsgesellschaft den Namen „Internationales Komitee vom Roten Kreuz“. Im Mittelpunkt stand zunächst die humanitäre Hilfe, besonders die für Kriegsgefangene und Soldaten. 1901 wurde Dunant für seine Visionen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

1888 gründete sich der „Kreisverein Lüdinghausen zur Pflege von verwundeten und erkrankten Kriegern“, der Vorgänger des Roten Kreuzes. Dieser fusionierte mit dem „Vaterländischen Frauenverein“, der bereits 1859 von der badischen Großherzogin Luise ins Leben gerufen wurde.

Der Sanitätsdienst bestand im und nach dem Krieg aus den beiden Krankenwagenfahrern Alfred Fust und Franz Pferdekämper, der eine bei der Feuerwehr, der andere beim DRK-Kreisverband angestellt. Sie beschwerten sich eines Tages beim Kreis, dass sie kein freies Wochenende hätten und baten darum, dass das Rote Kreuz doch einspringen solle. „So wurde eine Vereinbarung getroffen, dass wir vom DRK, das damals nur im Kreisverband zusammengeschlossen war, von freitags bis sonntags ein Fahrzeug übernahmen, ohne Funk und Verbandsmaterial. Bei den hoch technisierten Rettungswagen heute kaum vorstellbar“, so Karl-Heinz Molkenthin, seit 1954 im DRK aktiv und von 1975 bis 2000 als DRK-Kreisgeschäftsführer an der weiteren Entwicklung des DRK maßgeblich beteiligt.

„Wenn die in Uniform kommen, leisten die auch Erste Hilfe“, hätten die Betroffenen damals gesagt. Pferdekämper und Fust waren nur für den reinen Krankentransport zuständig, nicht für Hilfsmaßnahmen vor Ort. Das änderte sich nun. Bei großen Sportveranstaltungen, wie dem Grasbahnrennen oder dem Großflugtag in den Borkenbergen, waren die ehrenamtlichen Helfer des DRK von Beginn an dabei. „Von den 50 Mark, die wir für den Dienst am Wochenende oder an Feiertagen erhielten, haben wir bei Terstappen zu Mittag gegessen und uns Verbandstaschen gekauft“, so Molkenthin. Nur in der Britischen Besatzungszone war der Krankentransport der Feuerwehr und nicht dem DRK übertragen worden. Später beauftragte der Kreis das DRK, ganz den Rettungs- und Sanitätsdienst zu übernehmen. Das Personal wurde aufgestockt, so dass zu Zweit zum Einsatz gefahren wurde. Heute sind an den Wochenenden immer ein Hauptamtlicher, der dem DRK-Kreisverband untersteht, und ein bestens ausgebildeter Ehrenamtlicher im Dienst. Reit- und Fußballturniere, das Area4-Festival und viele lokale Veranstaltungen, aber auch Katastropheneinsätze weltweit, zu denen zum Beispiel Karl-Heinz Kuhlmann mehrfach unterwegs war, zählen zu den weiteren Aufgaben der Aktivengruppe.

Von Michael Beer

3. Oktober 2013 15:56 Uhr. Alter: 4 Jahre