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Mehr als 300 Einsatzkräfte des DRK und der Feuerwehr übten bei 4 „Großschadensereignissen"

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 30.09.2013

Lüdinghausen
 

Vier Katastophen an einem Tag.

300 Kräfte von Feuerwehr und DRK waren am Samstag in Lüdinghausen im Großeinsatz: Vier verschiedene Übungseinheiten galt es abzuarbeiten. Dazu gehörten ein Brand sowie zwei schwere Verkehrsunfälle und eine chemische Katastrophe auf dem Areal von Euro Alkohol.

„Hiiiilfe! Warum helfen Sie denn nicht?“ Aus voller Inbrunst schreit die junge Dame einen Feuerwehrmann in Atemschutzgerät an. Dieser weist sie zurecht, sie solle sich hinsetzen und abwarten. Plötzlich sieht sie zwei Männer in grünen ABC-Anzügen und wird noch panischer. „Was wollen diese Marsmännchen? Ich will nicht mit ihnen mitgehen!“, ruft sie weiter. Die Spezialkräfte betreten gerade den weit abgesperrten Sicherheitsbereich. Ein Kesselwagen hat nach einem Unfall Leck geschlagen und giftige Gase drohen auszutreten. Das alte Gelände von Euro Alkohol gleicht in diesem Moment einem Katas­trophengebiet – zum Glück ist es nur eine Übung.

Wie die drei ersten Großübungen haben die Organisatoren am Samstag auch den Höhepunkt des Tages bei Euro Alkohol beängstigend realistisch dargestellt. Dutzende Löschfahrzeuge der Feuerwehr stehen auf dem Firmengelände, 40 Mimen vom Jugendrotkreuz und der Realistischen Unfalldarstellung werden einzeln zu einer Wiese gebracht, auf der mehrere große Dekontaminationszelte aufgebaut sind. Feuerwehrleute in gelben Anzügen hieven die Verletzten auf Tragen, ehe sie in der Schleuse geduscht werden.

Während die Feuerwehr die Verletzten nun an die Helfer des DRK übergibt, befindet sich Christian Pill noch nicht am Einsatzort. Er und sechs weitere Männer sind einer der Gründe für die Großübungen. Denn neben dem Zweck, dass die Lüdinghauser und Seppenrader Feuerwehr sowie DRK-Kräfte aus dem ganzen Kreisverband einen Einsatz in großen Dimensionen trainieren können, sind die Schreckensszenarien auch Praxisteil zur Ausbildung zum „Organisatorischen Leiter Rettungsdienst“. „Ich bin ein bis­chen nervös und positiv gestresst“, sagt Christian Pill, bevor er zum Unglück gerufen wird. Dort hat er gewiss nichts mit den Patienten selbst zu tun, sondern koordiniert – am Samstag unter den Augen mehrerer Prüfer – etwa den Abtransport der Verletzten oder die Anforderung von Hubschraubern. „Das Gefühl, dass man für alles die Verantwortung hat, ist toll“, meint Pill und zieht bei seinem Einsatz auf dem Euro-Alkohol-Gelände ein positives Fazit, da „ich bereits eine gute Struktur vorgefunden habe, als ich ankam“.

Nun ist das Brimborium auf dem Firmengelände zwar groß, nur im Gegensatz zu den anderen Übungen im Seppenrader Schwesternheim, auf der B 474 Richtung Olfen und auf der B 58 gibt es keine Schaulustigen. Besonders die Massenkarambolage lockt viele Zuschauer, hat man doch von der Fußgängerbrücke die perfekte Sicht. „Ein Bagger hat die Delle ins Dach des roten Autos gemacht. Das hat mein Papa gesagt, der ist Feuerwehrmann“, erzählt die sechsjährige Ronja. Bei jedem eintreffenden Rettungsfahrzeug weiß sie sofort, welche Funktion es besitzt. „Du kannst mir wirklich noch einiges erklären“, meint daher auch Oma Antonia. Was Ronja werden will, weiß sie auch schon: Tierärztin. „Und nebenbei möchte ich bei der freiwilligen Feuerwehr arbeiten.“

Von Niklas Tüns

3. Oktober 2013 16:47 Uhr. Alter: 5 Jahre