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DRK in Westfalen-Lippe

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 27.11.2013

Münsterland
 

Twenhöven findet klare Worte zum Abschied.

Dr. Jörg Twenhöven ist ein Meister der klaren Worte. Am vergangenen Wochenende hat er sein Präsidentenamt beim DRK Landesverband Westfalen-Lippe zur Verfügung gestellt, sein Nachfolger, Dr. Hermann Janning, ist gewählt und das Türschild ist in der Geschäftsstelle schon ausgetauscht.

Doch, oder vielleicht auch gerade deshalb: Bei seiner letzten DRK-Pressekonferenz übernimmt Twenhöven noch einmal das Ruder, blickt zurück und nach vorne. „Die Blutspende kommt in eine schwierige Situation. Blut ist ein Organ. Wenn wir anfangen, da einen Marktmechanismus einzubauen, dann gibt es kein Halten mehr.“

Forderungen, das DRK solle sich mit der Blutspende dem Markt stellen, weist er energisch zurück. „Dann werden die Nierendiebstähle in Afrika und Indien noch viel zahlreicher werden“, ist er überzeugt. Das DRK habe in NRW einen Versorgungsauftrag, die Krankenhäuser mit Blut zu beliefern. Die ethischen Anforderungen dürften dabei nie aus dem Blick geraten. „In den neun Jahren meiner Amtszeit hat es auch viel Arbeit gekostet, liberale Politiker davon zu überzeugen, dass Markt nicht alles ist“, sagt Twenhöven, der beim Thema Blutspende immer viel Engagement gezeigt hat.

Aber nicht nur dort. Knapp 300 000 Mitglieder – es gibt einen leichten Mitgliederschwund –, davon fast 20 000 aktive fordern einen DRK-Präsidenten in Westfalen-Lippe. Twenhöven: „Wir müssen junge Menschen begeistern, bei uns mitzumachen.“

Blickt er zurück, denkt er als Erstes an eine neue Satzung, die vor neun Jahren beschlossen wurde. „Die Trennung des operativen Geschäftes von der Aufsicht und der öffentlichen Vertretung des DRK war absolut richtig. Heute sind wir in einer gesicherten Situation“, sagt der 72-Jährige und macht deutlich, dass er seinem Nachfolger kein Minenfeld hinterlässt. „Die Stärkung des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes ist uns gelungen. Wir kümmern uns um die Verletzten, egal welcher Kriegspartei sie angehören oder welche Hautfarbe sie haben“, sagt Twenhöven.

Die Professionalität der Einsatzkräfte und die Effizienz, in der die Rotkreuz-Hilfen jedes Mal – ob in Haiti, im Münsterland bei Kyrill oder nach dem schweren Erdbeben in der Provinz Sichuan in China – vonstatten gingen, haben ihn „tief beeindruckt“. Seinen Nachfolger hat er sich selbst ausgesucht. Twenhöven: „Ich bin auf ihn zugegangen und habe ihn gefragt.“

Der neue Präsident, Dr. Hermann Janning, lebt in Soest und freut sich, „nach einem erfüllten Berufsleben so eine Aufgabe zu übernehmen“. Grundlegende Strategiewechsel werde es mit ihm nicht geben, kündigt Janning an. „Aufgabenfelder gibt es aber genug. Viele Bereiche in der Gesellschaft verändern sich.

Die Asylbewerberzahlen zeigen deutlich, da sind wir auch gefragt“, sagt Janning. Der demografische Wandel, neue Vorgaben der EU im Rettungswesen und Kitas, die immer flexibler werden müssen, um den Müttern und Vätern gerecht zu werden, sind nur einige Beispiele, die Janning nennt. „Eine meiner Hauptaufgaben wird sein, dass das Verhältnis zwischen dem Landesverband und den 38 Kreisverbänden Balance hält“, sagt der 64-Jährige. Janning: „Wir müssen effizient arbeiten.“

Von Uwe Renners

29. November 2013 18:15 Uhr. Alter: 4 Jahre