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Weltblutspendetag

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 13.06.2013

Appelhülsen
 

Blutspende: Abenteuer oder mehr?

WN-Mitarbeiterin Lea Schophuis hat noch nie in ihrem Leben Blut gespendet. Bis vor wenigen Tagen. Da ist sie zum Blutspendetermin des DRK nach Appelhülsen gefahren und hat sich zum ersten Mal Blut abzapfen lassen. Lesen Sie hier, wie es der jungen Nottulnerin dabei erging.

„Abenteuer Blutspende“, so heißt das kleine Heftchen, das mir ein DRK-Mitglied am Eingang des Bürgerzentrums in die Hand drückt. Der Blutspendetermin hat gerade erst begonnen und viele Blutspender lassen sich noch nicht in dem großen Saal des Hofes ausmachen. Ich bin Erstspenderin und sehr nervös. Ich habe ein wenig Angst vor der Nadel und davor, dass mein Kreislauf vielleicht nicht mitspielt. Auch habe ich keine Ahnung, was jetzt zu tun ist.

Doch bevor ich noch fragen kann, hilft mir DRK-Mitglied Ulrike Fehmer weiter. „Der erste Schritt, der zu beachten ist, ist das Desinfizieren der Hände“, sagt sie. „Alles muss sauber und keimfrei sein, damit die Sicherheit des Spenders und des Blutes gewährleistet ist.“ Darauf achtet das DRK sehr genau. „Das Blut der Spender wird speziellen Laboruntersuchungen unterzogen, denn es muss absolut sicher sein, dass der Spender des Blutes nicht krank ist. Erst dann wird es an die Empfänger weitergegeben“, erklärt Fehmer mir, während ich mich registrieren lasse.

Danach muss ich einen Fragebogen ausfüllen. Was die alles wissen möchten! Doch auch das habe ich schnell erledigt. Weiter geht’s zu einer Ärztin. Sie begrüßt mich freundlich und begutachtet meinen Fragebogen. Die Ärzte klären mit den Spendern im Vorfeld etwaige Krankheitsfälle und messen Blutdruck und Puls.

Als ich das Arztzimmer verlasse, steigt die Nervosität. Der Atem geht schneller und der Gedanke, es doch lieber sein zu lassen, wird immer stärker. Aber bevor ich mich entscheiden kann, bittet ein DRK-Sanitäter mich, auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Er prüft meinen Blutfarbstoff, Hämoglobin genannt, und erklärt, dass er bei Frauen über einem Wert von 12.5 g/dl liegen muss, damit sie ihr Blut spenden dürfen. Bei Männern muss er sogar 13.5 g/dl erreichen. Da meiner über 14.5 g/dl liegt, darf ich spenden. Ich bin erleichtert, aber zugleich auch aufgeregter als zuvor. Das muss man mir ansehen, denn kaum, dass ich auf einer der vielen Liegen liege, bringt eine freundliche Sanitäterin mir ein Glas Cola.

Plötzlich entdecke ich die Nadel. Sie ist kleiner, als ich gedacht habe, und wirkt nicht so, als ob sie mir einen halben Liter Blut aus meinem Körper ziehen könnte. Doch ich habe kaum Zeit darüber nachzudenken, denn nun geht alles ganz schnell. Ein Sanitäter bindet mir den Arm ab, sodass er die Vene besser findet, und sticht vorsichtig hinein. Sofort sehe ich mein dunkelrotes Blut durch einen Schlauch fließen. Sehe, wie es in einen Beutel läuft, der auf einer Blutwaage liegt, die sich hin und her bewegt und misst, wie viel Blut ich schon gespendet habe.

Menschen haben, so erklärt der DRK-Sanitäter, fünf bis sieben Liter Blut im Körper – und bereits ein halber Liter reicht aus, um den Kreislauf zu schwächen. Ich muss schlucken. Unwillkürlich stelle ich mir die Frage, was mit mir wohl passiert. Werde ich schwindelig? Falle ich in Ohnmacht? Doch meine Angst bleibt unbegründet. Denn nach rund zwölf Minuten bin ich einen halben Liter Blut ärmer und fühle trotzdem überhaupt kein Unwohlsein. Im Gegenteil: Ich fühle mich sehr gut. Naja, also so gut, wie man sich nach so einer Aufregung fühlen kann. Und nach einer kurzen Ruhephase darf ich aufstehen und etwas essen und trinken. Die belegten Brötchen und Brote und auch der Kaffee und die Cola schmecken sehr gut. Ein Dank an die Küchenfrauen!

Und das Blutspenden hat sogar Spaß gemacht, erzähle ich schließlich DRK-Mitglied William Sauer. Der schmunzelt: „Wir brauchen viel mehr solche Erstspender.“ Dann überreicht er mir eine Tafel Schokolade. „Das Blutspenden dient einem so guten Zweck, man rettet schließlich Menschenleben.“

Damit hat er Recht und so ist das Blutspenden doch eher eine gute Tat als ein Abenteuer.

„Wir brauchen viel mehr solche Erstspender.”

William Sauer, DRK Nottuln

 

Von Lea Schophuis

15. Juni 2013 18:16 Uhr. Alter: 5 Jahre