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Interview mit Jörg Twenhöven

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 19.07.2013

Münster
 

160 000 Menschen in Erste Hilfe ausgebildet.

150 Jahre DRK haben auch im Münsterland ihre Spuren hinterlassen. WN-Redakteur Uwe Renners sprach mit dem Präsidenten des DRK Westfalen-Lippe, Dr. Jörg Twenhöven.

150 Jahre DRK in Deutschland. Was bedeutet das für das Münsterland?

Twenhöven: 150 Jahre Rotes Kreuz ist auch für das DRK im Münsterland Anlass, die Öffentlichkeit auf die Geschichte und die aktuellen Leistungen des Roten Kreuzes aufmerksam zu machen. Davon abgesehen haben auch in 2013 viele Rotkreuzgliederungen im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe ihr eigenes besonderes Jubiläum zu feiern, so der DRK-Kreisverband Steinfurt, der am 27. April sein 125-jähriges Jubiläum feierte, oder der DRK-Kreisverband Tecklenburger Land, der sein 125-jähriges Jubiläum am 9. Juni beging. Als älteste Rotkreuzgliederung im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe gilt der DRK-Ortsverein Minden, gegründet am 1. Oktober 1867. Am Anfang der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung standen in Deutschland – also auch im Münsterland – die Vaterländischen Frauenvereine und die Sanitätskolonnen; Mittelpunkt ihrer Aktivitäten war die „Pflege und Hilfe für die Verwundeten im Kriege“.

Wo liegen heute die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Twenhöven: Unsere Schwerpunkte sind unsere Rettungsdienste, unsere Einsatzdienste, unter anderem im Zivil- und Katastrophenschutz. Es ist der DRK-Blutspendedienst, das Jugendrotkreuz, unsere Wohlfahrts- und Sozialarbeit, unser Institut für Bildung und Kommunikation in Münster und unsere Experten in der Auslands- und Katastrophenhilfe. Ein weiteres Beispiel ist unsere Erste-Hilfe-Ausbildung. Im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe haben wir im Jahr 2012 über 160 000 Menschen in Erster Hilfe ausgebildet. Geleistet wird dies übrigens überwiegend von Ehrenamtlichen.

Das Ehrenamt spielt auch beim DRK eine große Rolle. Wird es genug gewürdigt?

Twenhöven: Das Ehrenamt ist das Herzstück des DRK. Ohne die rund 23 000 Ehrenamtlichen, die sich allein in Westfalen-Lippe engagieren, könnten wir viele Rotkreuzdienste und –aufgaben nicht bewältigen. Die Wertschätzung dieses Engagements – beispielsweise durch Auszeichnungen – ist uns sehr wichtig. Darüber hinaus sorgen wir für eine hochwertige Aus- und Weiterbildung sowie Ausstattung und Versicherung. Dazu werben wir um finanzielle Unterstützung und Spenden. Auch unsere Dienste und Einrichtungen helfen bei der Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Wir wissen, dass sich im Selbstverständnis der ehrenamtlich Tätigen beziehungsweise potenziellen Ehrenamtlichen ein qualitativer Wandel vollzogen hat. Für die Menschen wird zunehmend wichtig, inwieweit sie im Rahmen eines Ehrenamtes Einfluss nehmen können und wie hoch das Maß ihrer Selbstständigkeit ist. Auch möchten sich viele Mitbürger zunehmend lieber projektorientiert engagieren, in einem überschaubaren Rahmen und über einen begrenzten Zeitraum. Das sind nachvollziehbare Wünsche, die unserem modernen Leben, das allen ein hohes Maß an Flexibilität abfordert, geschuldet sind. Das DRK bietet hier bereits zahlreiche Möglichkeiten – wie beispielsweise den ehrenamtlichen Besuchsdienst – und wird diese ausbauen.

Was wünschen Sie sich für das DRK?

Twenhöven: Ich wünsche mir, dass es in der Zukunft gelingt, Menschen, insbesondere auch junge Menschen, zu gewinnen und zu begeistern – so wie es in großartiger Weise im Zusammenhang mit der Jahrhundertflut war.

Von Uwe Renners

22. Juli 2013 00:20 Uhr. Alter: 4 Jahre