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Nichts für schwache Nerven

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 03. 09. 2012

Nottuln
 

190 Jugend-Rotkreuz-Schulsanitäter ringen um die Meisterschaft.

Die Detonation erschüttert das Gebäude. Dann Schreie: „Im Chemieraum hat es eine Explosion gegeben. Der Lehrer ist verletzt. Auch ein paar Schüler!“ Sofort eilen die Schulsanitäter herbei. Mit Masken vor dem Mund dringen sie durch den beißenden Qualm vor. Aus einem zerborstenen Glaskolben tropfen Reste einer giftig riechenden Brühe. „Das ist Brom, also Vorsicht.“ Der Chemielehrer liegt am Boden. Zwei Schülerinnen hocken am Fenster. Gesichter und Hände verätzt.

Zum Glück nur Übungen! Szenarien, die den 190 Teilnehmern der Schulsanitäter-Meisterschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von Westfalen-Lippe am Samstag im DRK-Lager Nottuln allgegenwärtig waren. Sehr realistisch arrangiert, entsprechend geschminkt und präpariert. Beispiele: der Lehrer mit Schädelbruch, ein Autofahrer im Schock, hässlich verbrannte Mitschüler.

Denen mussten die jungen DRK-Helfer helfen und sie behandeln. Und zwar möglichst fehlerlos. Denn auch im Ernstfall wäre es hier um Menschenleben und um die Vermeidung schwerer, gesundheitlicher Dauerschäden gegangen. „Auch auf Schockbilder werden unsere Schulsanitäter während ihrer acht Doppelstunden ‚Erste-Hilfe-Ausbildung´ vorbereitet und in weiterführenden Kursen auf schlimme Situationen präpariert“, so ein DRK-Offizieller.

Sechs Stunden lang mussten sie am Samstag auf zwei Dutzend Stationen die Vorgaben von Unfallsituationen erfüllen. Möglichst schnell, sicher und korrekt. Schwer- und Leichtverwundete für die Übergabe an die Profis von „112“ möglichst stabil machen. So warteten an die 100 Unfallopfer nach Stürzen durch Glasscheiben, Skateboard-Kollisionen, einer Unterzuckerung beim Sportfest in der Turnhalle.

„Schließlich sollte jeder Teilnehmer“, so Christian Schuh vom DRK-Jugend-Rotkreuz in Münster, „die ganze Bandbreite seines Könnens, Erkennens und Wissens einbringen.“ Für die Besten – vom Liebfrauen-Gymnasium Büren, „Die Sanis“ aus Horn Bad Meinberg und die „Chaos Helden“ vom städtischen Gymnasium Bad Driburg – gab es zusätzlich wertvolle Ausrüstungs-Koffer oder Sanitätsgutscheine für neues Material.

Von Dieter Klein

3. September 2012 18:51 Uhr. Alter: 5 Jahre