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Jährlich 1200 Rettungseinsätze

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 27.12.2012

Senden
 

Sendener Wache hat zentrale Bedeutung.

Mit jährlich rund 1200 Einsätzen hat die Sendener Rettungswache mittlerweile eine „zentrale Bedeutung“ für das südliche Kreisgebiet erlangt. Der für 2013 geplante Neubau sei dringend erforderlich, betonten Sprecher des Kreis-DRK.

Mit „bunten Tüten“ rückten die Vertreter des DRK-Kreisverbandes am Montag an der Rettungswache an. Der Naschkram sollte Rettungsassistent Andreas Dirkmann und Marcel Roth, Rettungsassistent im Praktikum, den Dienst an Heiligabend ein wenig versüßen. Möglicherweise war es der letzte Weihnachtsbesuch am Standort Mühlenstraße. Denn laut Zeitplan des Kreises Coesfeld soll das neue Domizil an der Ottmarsbocholter Straße bereits im Dezember 2013 fertig sein.

„Wir haben zusätzlichen Platzbedarf, doch hier besteht keine Möglichkeit zur Erweiterung. Darum brauchen wir den Neubau“, erläuterte DRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Schwörer im WN-Gespräch. „Nach dem Umzug werden unsere Räume frei, so dass dann auch die Sendener Feuerwehr ihr Gerätehaus erweitern kann. Das ist eine Lösung im Sinne aller Beteiligten.“ Als die Sendener Wache vor 25 Jahren bezogen wurde, seien die gesetzlichen Auflagen noch nicht so so streng gewesen wie heute. „Mittlerweile entspricht der Desinfektionsbereich nicht mehr dem medizinischen Standard. Außerdem ist die Zahl der Infektionsfahrten deutlich gestiegen“, betonte Schwörer.

Das unterstreicht auch DRK-Rettungsdienstleiter Michael Hofmann: „Wir fahren in Senden jährlich etwa 1200 Einsätze. Rund 70 Prozent bei akuten Erkrankungen, die übrigen etwa 30 Prozent bei Unfällen im Straßenverkehr, in Betrieben oder im häuslichen Umfeld.“ Eine nicht unerhebliche Zahl von Einsätzen leiste die Sendener Wache außerhalb des Gemeindegebietes – auf der A 43 oder auch im Bereich Dülmen. „Senden hat sich immer mehr zu einer zentralen Wache für das südliche Kreisgebiet entwickelt“, sagt Michael Hofmann.

Im Zuge des Genehmigungsverfahren zum Bau der neuen Rettungswache hatten Anwohner der Eichendorffstraße Bedenken geäußert (WN berichteten). Sie befürchten, Lärmbelästigungen zu nächtlicher Stunde durch das Martinshorn der Rettungsfahrzeuge und eine Beeinträchtigung der Sicherheit an der Ausfahrt der DRK-Wache in den öffentlichen Verkehrsraum.

Von der Wache aus könne eine zusätzliche Ampel an der Ottmarsbocholter Straße gesteuert werden. Diese sei mit der Lichtzeichenanlage an der Bundesstraße 235 gekoppelt, erklärte Michael Hofmann. Auf diese Weise werde für entsprechende Verkehrssicherheit gesorgt.

„Wir sind darauf bedacht, die Einsätze so problemlos wie möglich zu halten und werden – immer wenn es möglich ist – auf das Einschalten des Martinshorns verzichten“, versprach der Rettungsdienstleiter. Am derzeitigen Standort habe es diesbezüglich keine Konflikte mit den Anwohnern gegeben. Gleichwohl betonte, Hofmann, dass es „Maßgabe ist, das Horn einzuschalten, wenn Menschen in Gefahr sind. Nur dann bekommt der Fahrer des Rettungsfahrzeuges das Wegerecht, sonst ist er verantwortlich, wenn etwas passiert.“

Auf ein anderes Phänomen machten Ludger Gödde, Präsident des DRK-Kreisverbandes, und seine Stellvertreterin Renate Haltern aufmerksam: „Wenn man selbst betroffen ist, hat das Horn einen ganz anderen Klang. Es erleichtert und beruhigt: Jetzt wird mir geholfen!“

Von Sigmar Syffus

27. Dezember 2012 17:04 Uhr. Alter: 5 Jahre