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Notarzt Einsatz: Jede Sekunde zählt

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 04. 0. 2012

Lüdinghausen
 

Notarzt-Einsatz: Jede Sekunde zählt.

Das Fahrzeug, mit dem der Notarzt zum Einsatzort gebracht wird, steht ab sofort nicht mehr an der DRK-Rettungswache. Es ist am St.-Marien-Hospital stationiert, um die Fahrtzeiten zum Einsatzort so kurz wie möglich zu halten. Denn: Im Ernstfall zählt jede Sekunde.

Jede Sekunde zählt. Nirgends ist Geschwindigkeit (und Präzision) wichtiger als bei den Einsätzen der Rettungskräfte. Je schneller der Notarzt am Einsatzort ist, desto schneller und besser kann er dem Patienten helfen. Die schnelle Einsatzbereitschaft ist der Grund dafür, dass das Notarzt-Einsatzfahrzeug seit dem 1. Juli am Krankenhaus stationiert ist. Arzt und Rettungsassistent starten direkt vom Krankenhaus aus zum Einsatzort. Bisher war der Wagen an der Rettungswache stationiert, fuhr zum Abholen des Mediziners zum Krankenhaus und startete dann zum eigentlichen Einsatz. „Das ist ein deutlicher Zeitvorteil, von dem der Patient letztlich profitiert“, so Michael Hofmann, Leiter des DRK-Rettungsdienstes.

Anlass, das bisherige System zu ändern, ist die Tatsache, dass sich der Kreisverkehr am Friedhof wie ein Nadelöhr auf die Einsatzzeiten des Notarztfahrzeuges auswirkt. „An der früheren Kreuzung konnte man die wartenden Autos überholen. Das geht am Kreisverkehr nicht“, erläuterte Hofmann das Dilemma. Der Kreis coesfeld, Aufgabenträger des Rettungsdienstes, stimmte der Verlegung des Einsatzstandortes zu. „Das bringt eineinhalb bis zwei Minuten Zeitvorteil“, versicherte auch Landrat Konrad Püning, der gestern vor der Presse die gute Kooperation mit dem St.-Marien-Hospital unterstrich.

Fünf bis sechs Einsätze pro Tag (über 1500 im Jahr) bestreiten die DRK-Rettungsassistenten und der Notarzt, der vom Krankenhaus gestellt wird. Die Anästhesie-Abteilung des Krankenhauses verfügt über sechs Notärzte, erläuterte Chefarzt Dr. Jürgen Dirks. Er freut sich auch aus einem anderem Grunde über die neue Situation: Die Rettungsassistenten haben die Möglichkeit, in den Pausen zwischen den Einsätzen im Krankenhaus zu hospitieren. Das werde nicht nur als Weiterbildung anerkannt. „Es fördert die Teambildung“, unterstrich Dirks diesen positiven Aspekt. Der Rettungsassistent, der den Notarzt zum Einsatzort bringt, „ist dort meine rechte Hand“, so Dirks, der selber auch als Leitender Notarzt im Einsatz ist.

Froh darüber, dass die Kooperation zwischen Krankenhaus und DRK weiter vertieft und vernetzt wird, ist Verwaltungsleiterin Monika Kleingräber-Niermann. Von diesem Netzwerk würden in erster Linie die Patienten profitieren, versicherte sie.

Zu den organisatorischen Voraussetzungen für die Verlegung des Fahrzeug-Standortes gehört auch die Bereitstellung eines Aufenthalts- und Ruheraums für den Rettungsassistenten. Da ein Appartement im Verwaltungstrakt des St.-Marien-Hospitals frei wurde, konnte die Kooperation relativ kurzfristig in die Tat umgesetzt werden, berichtete die Verwaltungsleiterin.

Übrigens: In zwölf Minuten, so das Ziel, soll die erste Rettungskraft nach der Alarmierung am Einsatzort sein. bisher wird diese Vorgabe zu über 90 Prozent erfüllt.

Von Werner Storksberger

8. August 2012 11:51 Uhr. Alter: 6 Jahre