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DRK will Bundesfreiwilligendienst ausbauen - darf aber nicht

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 08. 05. 2012

Münsterland
 

DRK will Bundesfreiwilligendienst ausbauen - darf aber nicht.

Ein knappes Jahr alt, ist das Konzept Bundesfreiwilligendienst hierzulande ein Erfolg. Die Abbrecherquote liegt beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Westfalen-Lippe mit 8,8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt (15 Prozent). Und jetzt das: Im Februar hat das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eine „Kontingentierung“ der sogenannten Bufdi-Plätze verhängt.

Hintergrund: Die uner­wartet hohe Nachfrage steht begrenzten Haushaltsmitteln gegenüber. Für den DRK-Landesverband bedeutet das – mitten in der Beschleunigungsphase – einen abrupten Einstellungsstopp. „Wir fühlen uns ausgebremst“, klagte Präsident Dr. Jörg Twenhöven am gestrigen Weltrotkreuztag in Münster.

Auf 900 Zivildienstleistende konnte das DRK einst in Spitzenzeiten zurückgreifen. 400 Bufdis möchte und könnte der Landesverband nun beschäftigen. „Interessenten und Stellen sind da“, betonte Vorstandsmitglied Ludger Jutkeit. Allein, die „Mutlosigkeit der Bundesregierung“ friere die Bufdi-Zahl bis auf Weiteres ein.

Auch wenn die erste Generation in den nächsten Monaten turnusmäßig ihren Dienst beschließt, wird es doch nicht mehr als die jetzigen 171 geben. „Wir können mehr und brauchen mehr“, stellte Twenhöven klar, der ankündigte, dass entsprechende Signale auf Bundesebene folgen werden. Zwar handle es sich um Zusatzdienste, keine Basisversorgung, die wegfalle.

Aber: „Die Qualität verändert sich, der Wohlfühl-Effekt“, so Christoph Brodesser von der Nationalen Hilfsgesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes. „Wird Oma Haselhorst am Nachmittag nicht mehr durch den Park gerollt, dann geht es ihr nicht objektiv schlechter – aber sie fühlt sich so.“

Von Julia Gottschick

7. August 2012 12:40 Uhr. Alter: 6 Jahre