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Ohne Ehrenamtliche läuft nichts

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 13. 02. 2012

Lüdinghausen / Senden
 

Ohne Ehrenamtliche läuft nichts

Für die ehrenamtlichen Helfer des DRK bricht mit dem Karneval wieder die Hochsaison an. Helfer im Rettungsdienst berichten darüber, warum sie sich als DRK-Aktive engagieren:

,,Da hat es sich doch gelohnt, einmal auf Silvester zu verzichten“, erinnert sich André Pohlmann an seine ersten Gedanken nach dem Einsatz als Ehrenamtlicher im DRK-Rettungsdienst. Beim Einsatz in der Silvesternacht gelang es ihm mit seinen Kollegen, eine Person zu reanimieren. Möglicherweise wäre der Patient ohne den ehrenamtlichen Dienst des jungen Lüdinghauses gestorben. Das sind dann solche Glücksmomente, von denen die DRK-Aktiven lange zehren. Pohlmann ist einer von 50 ehrenamtlichen DRK-Helfern, die an den kommenden Karnevalstagen wieder im Rettungseinsatz sind.

„Ohne unsere Ehrenamtlichen wären wir manches Mal aufgeschmissen“, ist Michael Hofmann, Leiter des DRK-Rettungsdienstes, froh über die Hilfe aus dem Ehrenamt. „Die Hauptamtlichen werden enorm entlastet“, versichert er. Die Silvesternacht hat gezeigt: Wenn die Ehrenamtlichen nicht tätig geworden wären, hätte mancher Patient lange auf Hilfe warten müssen.

Auf 364 ehrenamtliche Helfer kann sich das DRK im Kreis verlassen. Darunter sind nicht nur medizinisch geschulte Rettungshelfer, -sanitäter oder -assistenten. Zum Team der Ehrenamtlichen zählen auch diejenigen, die ganz im Hintergrund arbeiten, für die Technik oder die Versorgung zuständig sind.

Gerade in den kommenden „tollen Tagen“ sind die Ehrenamtlichen unverzichtbar. Für sie beginnt mit dem Umzug in Ottmarsbocholt die „Hochsaison“. Mit 25 Aktiven, fünf Fahrzeugen und einem Zelt ist das DRK dort stationiert. Auch ein Notarzt ist vor Ort. „Dort wird eine regelrechte Einsatzleitstelle eingerichtet“, erläutert Profi Hofmann den Status des ehrenamtlichen Einsatzes. Ohnehin ist der Chef des Rettungsdienstes stolz auf das gute Miteinander zwischen Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen. „In anderen Regionen ist das nicht so gut“, weiß Hofmann zu berichten.

Nur durch dieses Einvernehmen ist es möglich, dass alle an einem Strang ziehen. Das ist auch erforderlich, denn an „normalen“ Wochenenden werden die Profis häufig von Ehrenamtlichen unterstützt. Die Tatsache, dass auch Ehrenamtliche ständig geschult werden und sich auf dem neuesten Wissensstand befinden, erleichtert natürlich die Arbeit Hand-in-Hand. „Ein ehrenamtlicher Rettungsassistent ist auf gleichem Ausbildungsniveau wie sein Profi-Kollege“, so Hofmann. Die Patienten müssen also keine Angst haben, dass ihnen ein Ehrenamtlicher nicht so optimal hilft wie ein Profi. „Da muss man permanent am Ball bleiben“, versichert Christian Boländer.

Bei Großveranstaltungen wie den Karnevalszügen, beim Area 4 oder beim Lüdinghauser Stadtfest fallen den Besuchern die in knalligem Rot gekleideten Helfer schon mal auf. Bei den vielen kleinen Veranstaltungen – vom Reitturnier bis zum Schützenumzug – bleiben die Einsatzkräfte eher im Hintergrund. 74 dienstliche Einsätze hatten die Ehrenamtlichen aus Lüdinghausen im vergangenen Jahr. Fast 5000 Einsatzstunden (darunter 2750 für die „Sanis“), so hat Rüdiger Goltz ermittelt, kamen in Senden zusammen.

Das Area 4 ist natürlich ein Highlight für alle jüngeren und jung gebliebenen DRK-Helfer. Da wollen alle dabei sein. Dass die Karnevalsdienste mit den zu erwartenden „Schnapsleichen“ nicht ganz so prickelnd sind, räumt auch Markus Domogala ein. „Aber das gehört auch dazu“, räumt Kollegin Melanie Göcke aus Senden ein. Für die DRK-Ehrenamtlichen ist ihr Dienst mehr als nur „Hobby“. „Anderen zu helfen, ist auch ein tolles Gefühl“, so Melanie Göcke. Und: Viele Ehrenamtliche fühlen sich im Kreis der Mitstreiter wohl. „Das ist auch Freizeitgestaltung mit Gleichgesinnten“, versichert Christian Boländer, der seine frisch angetraute Ehefrau beim DRK kennenlernte.

Einsatzleiter Michael Hofmann ist froh, dass er sich auf eine große Schar von Ehrenamtlichen verlassen kann. „Ohne sie würden der hauptamtliche Rettungsdienst häufig an seine Grenzen stoßen“, räumt Hofmann ein. Bedauerlich empfindet er es aber, dass die Leistungen und das Engagement häufig zu wenig Wertschätzung erfahren.

Von Werner Storksberger

4. August 2012 17:04 Uhr. Alter: 5 Jahre